Revolutionäre Weinflasche aus Recycling-Kunststoff spart CO₂ und überzeugt Winzer
George BenthinPlastikflasche mit Glas - Eine Alternative für Wein? - Revolutionäre Weinflasche aus Recycling-Kunststoff spart CO₂ und überzeugt Winzer
Ein Startup namens weinton/WNTN GmbH revolutioniert die Weinbranche mit einer nachhaltigen Flaschenlösung
Gegründet von der 29-jährigen Janina Krick, setzt das Unternehmen auf Flaschen aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff, die mit einer hauchdünnen Glasschicht ausgekleidet sind – und reduziert so den CO₂-Ausstoß deutlich. Seit Mitte Dezember sind die ersten Flaschen online erhältlich, und die Produktionskapazitäten sollen in den kommenden Jahren rasant ausgebaut werden.
Die Idee entstand, als Krick das Problem der schweren Glasflaschen in der Weinindustrie erkannte, die fast die Hälfte der gesamten CO₂-Emissionen einer Flasche verursachen. Ihre Lösung: eine leichte Kunststoffflasche mit Glasinnenbeschichtung, die die Weinqualität bewahrt, gleichzeitig aber Gewicht und Umweltbelastung drastisch verringert. Die Flaschen können über Pfandautomaten zurückgegeben werden – gegen 25 Cent Pfand – und so direkt dem Recyclingkreislauf zugeführt werden.
Bereits jetzt arbeitet weinton mit drei Winzern aus Rheinhessen zusammen: den Weingütern Wendel und Dessoy in Bingen sowie Laubenstein in Gerolsheim. Im ersten Jahr peilt das Startup eine Produktion von rund 150.000 Flaschen an. Bis 2026 soll sich die Menge vervierfachen, und im Folgejahr sind 600.000 bis eine Million Flaschen geplant.
Mehrwegsysteme für Weinflaschen scheiterten in der Vergangenheit oft an logistischen Herausforderungen wie Lagerung, Reinigung und fehlenden Standards. Krick umgeht diese Probleme mit einem vollständig recycelbaren Material. Zudem bringt das Unternehmen im Juli eine 187-Milliliter-"Probierflasche" aus reinem Recycling-Kunststoff auf den Markt.
Allein in Deutschland werden jährlich über zwei Milliarden Weinflaschen verkauft. Krick ist überzeugt, dass langfristig ein Marktanteil von zehn Prozent realistisch ist – ein Wandel, der die CO₂-Bilanz der Branche deutlich verbessern könnte, ohne die Qualität des Weins zu beeinträchtigen.
Die innovative Flasche bietet eine praktische Alternative zu herkömmlichem Glas, spart Emissionen ein und hält den Geschmack. Sollte sich das System durchsetzen, könnte es die Weinverpackung und das Recycling in Deutschland grundlegend verändern. Die ehrgeizigen Expansionspläne des Unternehmens sprechen für wachsendes Vertrauen in den nachhaltigen Ansatz.






