Revolutionäres Projekt ProBatman will Batterie-Recycling in Deutschland neu erfinden
Revolutionäres Projekt ProBatman will Batterie-Recycling in Deutschland neu erfinden
Deutschland bereitet sich auf einen starken Anstieg ausgedienter Lithium-Ionen-Batterien vor – bis 2040 werden jährlich bis zu 360.000 metrische Tonnen erwartet. Die derzeitigen Recyclingverfahren reichen nicht aus: Sie gewinnen nur einen Bruchteil der verwertbaren Materialien zurück und verbrauchen dabei erhebliche Mengen an Energie und Ressourcen. Ein neues Vorhaben, das Projekt ProBatman, will das Batterierecycling nun revolutionieren, indem es durch direkte Verfahren deutlich mehr Komponenten zurückgewinnt.
Das Projekt ProBatman vereint führende Industrie- und Forschungspartner, um das Batterierecycling zu verbessern. Zu dem Konsortium unter der Leitung von BMW AG, EurA AG, dem Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC, der Netzsch-Gruppe und der Universität Würzburg gesellen sich weitere Kooperationspartner. Ihr Ziel: selbst flüchtige Elemente und leitfähige Salze zurückzugewinnen – Materialien, die bei herkömmlichen Recyclingmethoden oft verloren gehen.
Anders als bestehende Verfahren verzichtet das direkte Recycling darauf, Batterien in Rohstoffe zu zerlegen. Stattdessen bleiben zentrale Komponenten erhalten und können wiederverwendet werden, was Energieverbrauch und Abfall deutlich reduziert. Das Fraunhofer-Forschungs- und Entwicklungszentrum für Elektromobilität (FZEB) steuert sein Know-how in der Materialwissenschaft bei und betreibt eine Pilotanlage für die Herstellung von Pouch-Zellen, was dem Projekt eine starke praxisnahe Ausrichtung verleiht.
Deutschland treibt auch andere Initiativen zum direkten Recycling voran. Im EU-ReUse-Projekt kommen KI-gestützte Sortierung, robotergestützte Demontage und überkritisches CO₂ zum Einsatz, um LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat) zu recyceln. Bereits zuvor hatte das Fraunhofer ISC effiziente Sortier- und Rückgewinnungsmethoden für Lithium-Eisenphosphat-Materialien erforscht.
Die Prognosen von Projekt ProBatman verdeutlichen das Potenzial: Ab 2040 könnten jährlich 340.000 metrische Tonnen ausgedienter Batterien verarbeitet werden – und dabei bis zu 1,3 Gigatonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr eingespart werden. Dies wäre ein entscheidender Schritt hin zu einer nachhaltigeren Batterieentsorgung und Rohstoffrückgewinnung.
Das Projekt ProBatman nimmt sich einer wachsenden Herausforderung der deutschen Energiewende an. Bis 2040 könnten seine Methoden Abfall und Emissionen beim Batterierecycling drastisch reduzieren. Die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Forschung zielt darauf ab, ein Modell für die effiziente und nachhaltige Rückgewinnung wertvoller Materialien zu schaffen.
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