Rheinmetall verzeichnet Rekordauftragsbestand trotz schwacher Quartalszahlen
George BenthinRheinmetall verzeichnet Rekordauftragsbestand trotz schwacher Quartalszahlen
Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall verzeichnet ein kräftiges Wachstum seines Auftragsbestands, der um 31 Prozent auf 73 Milliarden Euro gestiegen ist. Erstmals sind darin auch Marinesysteme enthalten. Die Umsätze im ersten Quartal blieben jedoch trotz eines Anstiegs von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr hinter den Markterwartungen zurück.
Der Konzern erzielte im ersten Quartal einen Umsatz von 1,94 Milliarden Euro – ein Plus im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2024. Dennoch lag das Ergebnis 330 Millionen Euro unter den Prognosen der Analysten. Das operative Ergebnis stieg um 17 Prozent auf 224 Millionen Euro, verblieb aber 38 Millionen Euro unter den Erwartungen.
Rheinmetall setzt weiterhin auf Expansion. Das Unternehmen verhandelt mit mehreren Ländern im Nahen Osten über die Lieferung von bis zu zehn Luftabwehrsystemen im Jahr 2025. Zudem lotet der Konzern eine mögliche Zusammenarbeit mit dem US-Rüstungskonzern Raytheon im Bereich Raketentechnik aus. Die Gespräche mit Lockheed Martin über den Aufbau von Raketenproduktionsstätten in Deutschland verlaufen laut Vorstandsvorsitzendem Armin Papperger dagegen langsamer als erwartet.
Für das zweite Quartal rechnet Rheinmetall mit großen Aufträgen im Bereich Marinesysteme und militärische Fahrzeuge. Das Unternehmen hat zudem ein vorläufiges Angebot für die German Naval Yards Kiel abgegeben und prüft eine mögliche Beteiligung an der rumänischen Werft Mangalia. Ein weiteres zentrales Projekt ist die Produktion von Marschflugkörpern mit dem niederländischen Partner Destinus, wobei die Fertigung voraussichtlich Ende 2026 oder Anfang 2027 beginnen soll.
Trotz der durchwachsenen Quartalszahlen hält Rheinmetall an seiner Prognose für das Gesamtjahr 2026 fest. Der Konzern erwartet weiterhin Umsätze zwischen 14 und 14,5 Milliarden Euro bei einer stabilen operativen Marge von etwa 19 Prozent.
Der deutlich gewachsene Auftragsbestand von Rheinmetall spiegelt die starke Nachfrage in der Rüstungsbranche wider. Das Unternehmen verfolgt weiterhin strategische Partnerschaften und Übernahmen, um seine Kapazitäten auszubauen. Zwar verfehlten die Zahlen des ersten Quartals die Erwartungen, doch die langfristigen Umsatz- und Margenziele bleiben unverändert.






