Rüstungsbranche zwischen Rekordgewinnen und verzögerten Marineprojekten
Hildegund LachmannRüstungsbranche zwischen Rekordgewinnen und verzögerten Marineprojekten
Deutsche Rüstungsfirmen zwischen Rekordgewinnen und Projektverzögerungen
Die deutsche Rüstungsindustrie verzeichnet sowohl finanzielle Erfolge als auch Rückschläge bei Großprojekten. RENK meldet einen Rekordgewinn und eine deutliche Dividendenerhöhung, doch der Aktienkurs liegt weiterhin weit unter den jüngsten Höchstständen. Unterdessen steht Rheinmetall kurz davor, die Führung beim problembehafteten F126-Fregattenprogramm zu übernehmen – dem größten Schiffbauvorhaben der deutschen Marine – nach Jahren der Verzögerungen unter dem aktuellen Auftragnehmer.
RENK präsentierte für das Jahr 2025 starke Finanzzahlen: Der Umsatz stieg auf 1,37 Milliarden Euro, der Nettogewinn verdoppelte sich nahezu auf 101 Millionen Euro. Der Auftragsbestand beläuft sich mittlerweile auf 6,68 Milliarden Euro. Die Aktionäre profitieren von einer Dividendenerhöhung um 38 Prozent auf 0,58 Euro pro Aktie, auszahlbar ab dem 11. Juni 2026. Trotz dieser positiven Entwicklung notiert die Aktie jedoch mehr als 40 Prozent unter ihrem Höchststand vom Oktober 2025 und deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt.
Das F126-Fregattenprogramm, mit einem Budget von 10 Milliarden Euro für sechs Schiffe, leidet unter wiederholten Verzögerungen. Der ursprüngliche Auftragnehmer Damen Naval liegt vier Jahre hinter dem Zeitplan, sodass die Auslieferung des ersten Schiffs frühestens Ende 2031 erfolgen wird. Rheinmetall soll voraussichtlich im Sommer 2026 die Projektführung übernehmen, doch eine endgültige Entscheidung steht erst für Ende April an. Die Probleme des Programms erinnern an frühere Bundeswehr-Projekte, die häufig mit Verzögerungen und Kostenüberschreitungen zu kämpfen hatten.
Um die Lücke zu überbrücken, setzt Deutschland zusätzlich auf MEKO-A-200-Fregatten von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS), deren Auslieferung ab Ende 2029 beginnen soll. Die Unsicherheit um den F126-Auftrag wirkt sich bereits auf die Aktienkurse aus: RENK verlor drei Prozent, TKMS fast sieben Prozent. Geopolitische Spannungen, darunter der Druck der USA zur Öffnung der Straße von Hormus, verschärfen die Lage zusätzlich.
Für 2026 prognostiziert RENK einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro. Eine Vertragsvergabe für das F126-Programm könnte bereits in diesem Sommer erfolgen.
Während RENK wirtschaftlich wächst, bleiben die Herausforderungen bei der Beschaffung der Marine bestehen. Die Zukunft des F126-Programms liegt nun in den Händen von Rheinmetall, das Verzögerungen und Marktschwankungen bewältigen muss. Eine Vertragsunterzeichnung wäre ein wichtiger Schritt – sowohl für das Unternehmen als auch für die Modernisierung der deutschen Marine.






