27 January 2026, 10:35

Sachsen setzt auf Indien – doch was wird aus dem Taiwan-Handel?

Eine detaillierte Karte von Europa, die die Mitgliedstaaten der Europäischen Union hervorhebt, mit wichtigen Städten, Flüssen und Grenzen, begleitet von Text, der die Namen der Länder und Grenzinformationen bereitstellt.

Panter: EU-Indien-Abkommen öffnet Türen für Sachsen - Sachsen setzt auf Indien – doch was wird aus dem Taiwan-Handel?

Sachsen will wirtschaftliche Beziehungen zu Indien ausbauen – während die EU ein großes Freihandelsabkommen mit Europa finalisiert

Das Abkommen zielt darauf ab, Handelsbarrieren und Zölle abzubauen und so neue Chancen für Schlüsselbranchen in der Region zu eröffnen. Wirtschaftsminister Dirk Panter besuchte kürzlich Tamil Nadu, um mögliche Partnerschaften auszuloten, betonte dabei aber auch die langjährigen Handelsverbindungen Sachsens mit Taiwan.

Das Europa-Indien-Freihandelsabkommen könnte vor allem der sächsischen Automobil-, Zulieferer-, Maschinenbau- und Chemieindustrie Auftrieb verleihen. Durch den Abbau von Zöllen könnten diese Branchen mit steigenden Exporten und Investitionen rechnen. Minister Panter bezeichnete das Abkommen als ein "starkes Signal", insbesondere angesichts der zunehmenden globalen Handelsspannungen.

Während seines Besuchs in Tamil Nadu im November 2025 traf Panter mit Wirtschaftsvertretern und Behörden zusammen. Er berichtete von großem Interesse an sächsischen Technologien und potenziellen Investitionen. Die Reise stand im Kontext von Sachsens Bestrebungen, seine Handelsbeziehungen über Taiwan hinaus zu diversifizieren – einen traditionellen Partner vor allem in den Bereichen Mikroelektronik und Halbleiter. Das Abkommen könnte zudem helfen, mehr Fachkräfte aus dem Ausland anzuziehen: Erleichterte Handelsregeln könnten indische Fachkräfte motivieren, Lücken auf dem regionalen Arbeitsmarkt zu schließen. Allerdings birgt das Abkommen auch das Risiko, dass sich ein Teil des bisherigen sächsischen Handels von Taiwan wegverlagert, wo Sachsen jahrelang als "Top-Player" galt.

Das Freihandelsabkommen eröffnet Sachsen neue Wachstumschancen in der Automobilbranche, im Maschinenbau und in der Pharmaindustrie. Zudem könnte es die Anwerbung ausländischer Talente erleichtern. Gleichzeitig muss die Region diese Vorteile mit ihren etablierten Handelsbeziehungen in Europa – insbesondere im taiwanesischen Halbleitersektor – in Einklang bringen.