12 March 2026, 04:39

Schwere Vorwürfe gegen Paderborner Erzbistum: Jahrzehntelanger Schutz für Täter

Ein Buch mit Bildern und Texten, das die Geschichte der katholischen Kirche detailliert, einschließlich Bilder von ihren Räumen, Fluren und erhaltenen Artefakten.

Studie klärt sexuellen Missbrauch in der Erzdiözese Paderborn - Schwere Vorwürfe gegen Paderborner Erzbistum: Jahrzehntelanger Schutz für Täter

Eine neu veröffentlichte unabhängige Studie hat schwere Versäumnisse im Erzbistum Paderborn aufgedeckt. Der Bericht zeigt, dass hochrangige Kardinäle wiederholt Täter geschützt haben, während sie die Bedürfnisse der Opfer ignorierten. Die Erkenntnisse umfassen einen Zeitraum von über acht Jahrzehnten – von 1941 bis 2022 – und konzentrieren sich auf das Handeln zweier ehemaliger Erzbischöfe.

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Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die Amtszeiten der Kardinäle Lorenz Jaeger und Johannes Joachim Degenhardt, die das Erzbistum über weite Teile des 20. und frühen 21. Jahrhunderts führten. Die Forscher stellten fest, dass beide systematisch Täter vor Konsequenzen bewahrten und den Geschädigten kaum Unterstützung zukommen ließen. Die Studie sollte ursprünglich früher veröffentlicht werden, verzögerte sich jedoch aufgrund der COVID-19-Pandemie und des unerwartet großen Umfangs des gefundenen Quellenmaterials.

In einer zweiten Phase der Untersuchung wird nun die Rolle von Hans-Josef Becker analysiert, der von 2002 bis 2022 als Erzbischof amtierte und heute Erzbischof emeritus ist. Seine Amtszeit soll auf ähnliche Muster im Umgang mit Missbrauchsfällen überprüft werden. Das Erzbistum Paderborn, eines der sieben deutschen Erzbistümer, nimmt innerhalb der katholischen Kirche Deutschlands eine bedeutende Stellung ein. Es erstreckt sich über weite Teile Nordrhein-Westfalens – von Minden im Norden bis Siegen im Süden – und umfasst zudem Gebiete in Hessen und Niedersachsen.

Mit rund 1,3 Millionen Katholiken unter seiner Jurisdiktion spielt das Erzbistum eine zentrale Rolle im kirchlichen Leben Deutschlands. Die Veröffentlichung des vollständigen Berichts, die sich verzögert hat, wird nun für 2026 erwartet. Damit erhalten die Forscher zusätzliche Zeit, um die umfangreichen Beweise auszuwerten.

Die Ergebnisse bestätigen, dass Missbrauchsopfer von den Kirchenverantwortlichen in Paderborn wiederholt im Stich gelassen wurden. Die nächste Phase der Studie wird klären, ob sich diese Versäumnisse unter der Führung Beckers fortsetzten. Unterdessen steht das Erzbistum nun vor der Aufgabe, die Schlussfolgerungen des Berichts aufzuarbeiten und die Konsequenzen für seine künftige Führung zu ziehen.

Quelle