Stefan Evers übernimmt Berlins Kulturverwaltung nach Förderskandal und Rücktritt
Hans-Werner HövelStefan Evers übernimmt Berlins Kulturverwaltung nach Förderskandal und Rücktritt
Berlins Kulturverwaltung bekommt neue Führung nach Rücktritt von Sarah Wedl-Wilson
Die nicht parteigebundene Senatorin war am Freitag von ihrem Amt zurückgetreten, nachdem ein kritischer Prüfbericht des Landesrechnungshofs vorgelegt worden war. Nun übernimmt Finanzsenator Stefan Evers (CDU) zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben ihre Position.
Wedl-Wilsons Rückzug erfolgte, nachdem der Berliner Rechnungshof 2,6 Millionen Euro an rechtswidrig bewilligten Fördergeldern aufgedeckt hatte. Die Mittel waren für 13 Projekte zur Bekämpfung von Antisemitismus ohne ordnungsgemäße Genehmigung vergeben worden. Ihr Ausscheiden hinterließ die Kulturverwaltung vorerst ohne Leitung.
Zunächst galt der ehemalige Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) als favorisierter Nachfolger. Doch bei einer Sitzung der CDU-Kreisvorsitzenden am Dienstagabend entschied sich die Partei stattdessen für Evers. Berlins Regierender Bürgermeister und CDU-Landesvorsitzender Kai Wegner nahm an der Sitzung teil, in der die Personalie final beschlossen wurde.
Evers hat bereits die Verhandlungen über den Hauptstadtfinanzierungsvertrag aufgenommen, der auch die Förderung des Berliner Kulturbereichs umfasst. Bis zur Landtagswahl am 20. September wird er nun sowohl das Finanz- als auch das Kulturressort leiten. Der Senator bestätigte seine Bereitschaft, die zusätzliche Verantwortung in den kommenden Monaten zu tragen.
Bis zu den Herbstwahlen wird Evers zwei zentrale Ressorts führen. Seine erste Aufgabe besteht darin, die Kulturförderverträge der Hauptstadt abzuschließen. Der Wechsel folgt auf einen Finanzskandal, der schließlich zum Rücktritt Wedl-Wilsons führte.






