Streit um geplante Rückführung syrischer Flüchtlinge aus Deutschland
George BenthinStreit um geplante Rückführung syrischer Flüchtlinge aus Deutschland
Pläne zur Rückführung syrischer Flüchtlinge aus Deutschland haben unter Politikern eine Debatte ausgelöst. Bundeskanzler Friedrich Merz und der syrische Präsident Ahmed al-Sharaa streben an, innerhalb von drei Jahren 80 Prozent der syrischen Staatsbürger zurückzuführen. Kritiker hingegen werfen dem Vorhaben vor, unrealistische Erwartungen zu wecken und die anhaltenden Risiken in Syrien selbst zu ignorieren.
Laut Ausländerzentralregister lebten Ende 2023 rund 936.000 Syrer in Deutschland. Über 700.000 von ihnen waren vor dem syrischen Bürgerkrieg geflohen; viele arbeiten mittlerweile oder besuchen Schulen.
Winfried Kluth, Vorsitzender des Sachverständigenrats für Integration und Migration, stellte die Umsetzbarkeit der Rückführungspläne infrage. Zwar brauche Syrien Wiederaufbau, doch bleibe humanitärer Schutz notwendig, wenn Rückkehrer Bedrohungen oder instabilen Verhältnissen ausgesetzt seien, betonte er. Die anhaltende Gewalt in Nord- und Nordostsyrien erschwere zudem die Einschätzung, wann eine Rückkehr sicher sei.
Kluth warnte zudem, dass der Vorschlag bei den bereits in Deutschland integrierten Flüchtlingen Verunsicherung auslöse. Er unterstrich, wie wichtig es sei, deren Interessen mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes in Einklang zu bringen – schließlich leisteten viele Syrer hier bereits wertvolle Beiträge.
Die Rückführungsziele stehen vor erheblichen Herausforderungen: von Sicherheitsbedenken in Syrien bis hin zum Integrationsfortschritt der Geflüchteten in Deutschland. Kluths Aussagen verdeutlichen, wie komplex es ist, sowohl sichere Rückkehr als auch Stabilität für diejenigen zu gewährleisten, die sich im Ausland ein neues Leben aufgebaut haben.






