23 January 2026, 14:33

Streit um LNG-Terminals in Naturschutzgebieten: Proteste gegen Bau trotz Genehmigungen

Eine Gefahrenzeichen auf dem Boden umgeben von Steinen und Gras, auf dem steht "Hochspannungsgerät Inside No Trespassing".

Streit um LNG-Terminals in Naturschutzgebieten: Proteste gegen Bau trotz Genehmigungen

In Norddeutschland sollen trotz massiver Proteste von Umweltschutzverbänden zwei neue permanente Flüssigerdgas-Terminals (LNG) entstehen. Eine Anlage in Brunsbüttel soll 2027 den Betrieb aufnehmen, während ein weiteres Projekt im Naturschutzgebiet Voslapper Groden Nord bei Wilhelmshaven kürzlich eine Teilgenehmigung erhielt. Kritiker warnen, dass die Vorhaben bedrohte Arten gefährden und notwendige Klimaprüfungen umgehen.

Im November erteilte die zuständige Behörde eine erste Genehmigung für das Wilhelmshaven-Terminal, wodurch das belgische Unternehmen TES mit den Bauarbeiten im Naturschutzgebiet Voslapper Groden Nord beginnen darf. Weitere Zulassungen sollen schrittweise folgen – ein Vorgehen, das die Behörde als rechtmäßig bezeichnet. Sollte die Hauptgenehmigung später verweigert werden, könnte die Anlage wieder abgerissen werden, hieß es seitens der Verantwortlichen.

Umweltverbände wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der BUND und der NABU verurteilen die Entscheidung scharf. Sie befürchten, dass das Terminal das Vogelschutzgebiet Voslapper Groden zerstören wird, in dem bedrohte Arten leben. Zudem werfen die Organisationen der Behörde vor, durch die Aufteilung des Projekts in mehrere Phasen nationale, europäische und internationale Klimavorschriften zu unterlaufen, da so eine umfassende Sicherheits- und Umweltprüfung vermieden werde. Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH, warf der Behörde vor, den Rechtsstaat auszuhebeln. Die stückweise Genehmigungspraxis verhindere eine ordnungsgemäße Risikobewertung, so Müller-Kraenner. Unterdessen kündigte ein Stadtrat aus Wilhelmshaven an, gegen die Entscheidung zu klagen, da wichtige Unterlagen zu spät vorgelegt worden seien. Unabhängig davon gab die German LNG Terminal GmbH bekannt, ab 2027 ein permanentes Terminal in Brunsbüttel zu betreiben. Die Anlage soll zunächst fossile Brennstoffe umschlagen, langfristig aber bis 2043 auf erneuerbare Energieträger wie Wasserstoff umstellen. Beide Projekte sehen sich nun mit Klagen von Umweltschützern konfrontiert, die den Baustopp erzwingen wollen.

Die Teilgenehmigung für das Wilhelmshaven-Terminal hat bereits mehrere Klagen von Umweltverbänden ausgelöst. Sollten diese erfolgreich sein, könnte sich der Bau verzögern oder sogar ganz gestoppt werden. Die anstehenden Gerichtsentscheidungen werden zeigen, ob die Projekte wie geplant umgesetzt werden oder auf weitere regulatorische Hürden stoßen.