Stuttgarts Blackout 2026: Bürgermeister in der Kritik nach Brandanschlag und Tennis-Skandal
Hans-Werner HövelSpitzenkandidatin der SPD Krach fordert Staats-Sicherheitsrat - Stuttgarts Blackout 2026: Bürgermeister in der Kritik nach Brandanschlag und Tennis-Skandal
Stuttgart erlebte im Januar 2026 einen massiven Stromausfall nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf ein Umspannwerk. Fast 45.000 Haushalte im Südwesten der Stadt waren ohne Strom. Nun stellen Oppositionspolitiker die Krisenbewältigung der Stadt infrage – und besonders das Verhalten des Regierenden Bürgermeisters während des Notfalls.
Der Blackout begann am 3. Januar, ausgelöst durch ein Feuer in einem zentralen Umspannwerk, das die Polizei als vorsätzliche Brandstiftung einstuft. Während die Einsatzkräfte daran arbeiteten, die Stromversorgung wiederherzustellen, mehrten sich die Vorwürfe gegen die Stadtführung. Steffen Krach, Spitzenkandidat der SPD in Karlsruhe, warf dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) vor, in der Krise keine Führung gezeigt zu haben.
Krach bezeichnete Wegner als "Zuschauer an der Seitenlinie" während des Stromausfalls. Später wurde bekannt, dass der Bürgermeister am ersten Tag der Krise eine Stunde lang Tennis gespielt hatte – eine Tatsache, die er zunächst verschwiegen hatte. Krach argumentierte, ein solches Verhalten untergrabe das Vertrauen der Bürger in die politische Führung. Als Konsequenz schlug er die Einrichtung eines Landesicherheitsrats vor, der vom Regierenden Bürgermeister geleitet werden, aber eng mit der Senatsinnenverwaltung und anderen Schlüsselbehörden zusammenarbeiten solle. Ziel sei es, das Krisenmanagement zu verbessern und ähnliche Versäumnisse in Zukunft zu vermeiden.
Der Stromausfall offenkundigte gravierende Lücken in Stuttgarts Notfallplanung. Mit 45.000 betroffenen Haushalten und wachsenden Zweifeln an der Führungsebene mehren sich die Forderungen nach Reformen. Der vorgeschlagene Sicherheitsrat könnte die Art und Weise, wie die Stadt auf große Krisen reagiert, grundlegend verändern.