Tausende fordern in Berlin verbindliche Barrierefreiheit und echte Inklusion
Hildegund LachmannTausende fordern in Berlin verbindliche Barrierefreiheit und echte Inklusion
Hunderte Menschen gingen am Samstag in Berlin auf die Straße, um mehr Rechte und die volle Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu fordern. Die Demonstration fiel mit dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen zusammen und zog nach Polizeischätzungen etwa 1.000 Teilnehmer an.
Der Marsch startete am Brandenburger Tor und endete am Roten Rathaus. Die Demonstranten trugen Transparente mit Botschaften wie „Teilhabe für alle garantieren“ und „Rechte, keine Almosen“. Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer schlossen sich der Menge an und machten so auf den dringenden Bedarf an besserer Barrierefreiheit aufmerksam.
Kritik richtete sich vor allem gegen den Regierungsentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes, der am Donnerstag in erster Lesung im Bundestag behandelt werden soll. Aktivisten warfen vor, dass die geplanten Änderungen Entscheidungen über Barrierefreiheit weiterhin einzelnen Unternehmen und Behörden überlassen, statt verbindliche Standards durchzusetzen.
Bei der Abschlusskundgebung sollte eine Petition übergeben werden, die rechtlich verbindliche Barrierefreiheitsregeln fordert. Zu den Rednern zählten Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe, Bundestagsvizpräsident Bodo Ramelow sowie mehrere Abgeordnete, die alle die Notwendigkeit struktureller Veränderungen betonten.
Ziel der Demonstration war es, vor der Bundestagsabstimmung konkrete rechtliche Verbesserungen durchzusetzen. Die Organisatoren unterstrichen, dass Inklusion ein Recht sein müsse – und keine Frage des Ermessens. Der Protest machte deutlich, dass die Forderung nach verbindlicher Barrierefreiheit in öffentlichen und privaten Bereichen weiterhin ungebrochen ist.






