Thyssenkrupp in der Krise: Rekord-Ölpreise und Importe belasten den Konzern schwer
Hans-Werner HövelThyssenkrupp in der Krise: Rekord-Ölpreise und Importe belasten den Konzern schwer
Thyssenkrupp kämpft mit Rekord-Ölpreisen nach der Iran-Krise
Die Aktien des Konzerns sind auf ein 52-Wochen-Tief von 7,46 Euro abgerutscht – ein Minus von fast 44 Prozent gegenüber dem Höchststand im Oktober. Steigende Energiekosten und billige Importe belasten die Produktion an allen Standorten.
Seit Beginn der Iran-Krise am 2. März 2026 sind die Ölpreise explodiert. Die Nordsee-Sorte Brent notiert mittlerweile zwischen 119 und 120 Dollar pro Fass – ein Anstieg von 34 Prozent gegenüber dem Vorkrisenniveau. Die Blockade der Straße von Hormus hat rund 20 Prozent der globalen Ölversorgung unterbrochen, den Preis für OPEC-Öl auf 143 Dollar getrieben und ein tägliches Defizit von 11 Millionen Fass verursacht. Experten sprechen von der schwersten Störung seit dem Ukraine-Krieg 2022, als die Preise kurzzeitig ähnliche Höchststände erreichten.
Thyssenkrupps energieintensive Produktion leidet besonders unter der Entwicklung. Höhere Ölpreise treiben die Produktionskosten in die Höhe, während günstige Importe zusätzlichen Druck ausüben. Das Unternehmen hat die Produktionskürzungen in seinem französischen Werk bereits ausgeweitet – eine Entlastung ist nicht in Sicht.
Auch die Märkte reagieren: Die Raiffeisen Bank hat ihre Wachstumsprognose für zyklische Industriewerte 2026 deutlich nach unten korrigiert. Gleichzeitig arbeitet die Bundesregierung an einem Entlastungspaket für Spritpreise und plant, die nationalen Ölreserven anzuzapfen. Bundeskanzler Friedrich Merz hat sogar den gesetzlichen Fahrplan für den Kohleausstieg bis 2038 infrage gestellt.
Allein im letzten Monat hat Thyssenkrupp 31 Prozent an Börsenwert verloren – ein Zeichen für die tiefgreifenden Probleme der Branche. Mit Ölpreisen nahe historischer Höchststände und keiner schnellen Lösung in Aussicht steht das Unternehmen vor einer schwierigen Zukunft. Die Notfallmaßnahmen der Regierung könnten zwar etwas Druck nehmen, doch die Energiekosten und die Konkurrenz durch Importe bleiben zentrale Herausforderungen.






