Till Lindemann und Joey Kelly begeistern Fans trotz Proteste bei Berliner Buchsignierstunde
George BenthinTill Lindemann und Joey Kelly begeistern Fans trotz Proteste bei Berliner Buchsignierstunde
Till Lindemann und Joey Kelly veranstalten Buchsignierstunde in Berlin – trotz Kontroversen
Hunderte begeisterte Fans strömten zu einer Buchsignierstunde von Till Lindemann und Joey Kelly in Berlin, obwohl die veranstaltung seit Wochen in der Kritik steht. Ursprünglich im Astra Kulturhaus geplant, wurde die Signierstunde nach öffentlichen Protesten kurzfristig in den Rammstein-Shop verlegt. Viele Anhänger hatten tagelang vor dem Gebäude campiert, nur um die Musiker zu treffen und ein Exemplar des neuen Fotobands zu ergattern.
In Berlins Stadtteil Wilhelmsruh schlängelte sich die Schlange über mehrere Straßenblöcke – einige Fans waren stunden-, andere sogar tagelang im Voraus angereist. Manche hatten Zelte aufgestellt, um sich einen Platz für die veranstaltung zu sichern. Anlass war die Veröffentlichung eines Fotobands, den Lindemann und Kelly gemeinsam herausgegeben haben und der unter eingefleischten Fans sofort zum begehrten Sammlerstück wurde.
Unter den Wartenden war auch die 17-jährige Emma, die ihre kurze Begegnung mit Lindemann als "unglaublich krass" bezeichnete. Wochenlang hatte sie ihr Taschengeld gespart, um sich das Buch leisten zu können. Ihre Mutter zeigte sich später besorgt: Sie halte den Inhalt für jugendgefährdend und könne die Forderungen nach einem Boykott nachvollziehen.
Dass die veranstaltung überhaupt im Rammstein-Shop stattfand, war nicht von Anfang an geplant. Kritiker hatten im Vorfeld unter Verweis auf Vorwürfe wegen Machtmissbrauchs und sexueller Belästigung gegen Lindemann zu Protesten aufgerufen. Der massive Online-Widerstand veranlasste die Organisatoren schließlich, den Veranstaltungsort zu wechseln. Die anwesenden Fans wischten die Anschuldigungen jedoch beiseite – mit dem Hinweis, dass die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe geprüft und das Verfahren ohne Anklage eingestellt habe.
Nach der Signierstunde bildeten sich erneut Schlangen – diesmal vor dem Merchandise-Stand von Rammstein. Die Stimmung blieb ausgelassen, und viele betonten, die Kontroverse habe ihre Begeisterung nicht getrübt.
Die veranstaltung verlief largely ohne größere Zwischenfälle, doch der Wechsel des Austragungsorts spiegelte die anhaltenden Spannungen wider. Während die Fans mit signierten Büchern und neuem Merchandise nach Hause gingen, hielten Kritiker an ihren Einwänden fest. Die Signierstunde ist vorbei, doch die Debatte über Lindemanns öffentliche Auftritte reißt nicht ab.






