17 March 2026, 02:19

UniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – und löst Markt-Turbulenzen aus

Balkendiagramm, das Wertminderungen von Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

UniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – und löst Markt-Turbulenzen aus

UniCredit startet 35-Milliarden-Euro-Übernahmeangebot für Commerzbank

Am Montag startete die UniCredit ein Übernahmeangebot für die Commerzbank im Volumen von 35 Milliarden Euro. Den Aktionären werden 0,485 neue UniCredit-Aktien pro Commerzbank-Aktie angeboten. Das Angebot bewertet die Commerzbank mit 30,80 Euro pro Aktie – ein Aufschlag von 4 Prozent auf den letzten Schlusskurs. Die Ankündigung sorgte bereits für Bewegung am Markt: Die Commerzbank-Aktie legte fast 10 Prozent zu.

Das Übernahmeangebot löste Welleneffekte im DAX aus und kehrte die bisherigen Verluste des Tages um. Der Index schloss mit einem Plus von 0,53 Prozent. Zyklische Werte und Reiseaktien hatten zuvor unter den steigenden Ölpreisen gelitten, was Unternehmen wie Lufthansa, TUI und Beiersdorf belastete. Gleichzeitig profitierten Bayer und Siemens Energy von positiven Nachrichten, sodass sich der Markt gespalten zeigte.

Der Kursanstieg der Commerzbank half dem DAX zwar, sich zu erholen, doch der Index bleibt unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Händler beobachten nun die Marke von 22.900 Punkten als entscheidende Unterstützung. Ein nachhaltiger Aufschwung würde jedoch einen Sprung über die 24.000-Punkte-Marke erfordern. Das formelle Übernahmeangebot wird erst im Mai erwartet, was Politik und Unternehmen Zeit lässt, die weitere Entwicklung des DAX zu beeinflussen.

Gegen das Vorhaben regt sich bereits Widerstand. Sowohl die deutsche Bundesregierung als auch die Gewerkschaft Verdi äußerten Bedenken und warnten vor möglichen Stellenstreichungen sowie negativen Folgen für den Geschäftsbetrieb der Commerzbank. UniCredit-Chef Andrea Orcel scheint mit seinem Angebot eher strategisch vorzugehen – weniger auf eine sofortige Übernahme abzielen, als vielmehr Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp zu Verhandlungen drängen zu wollen.

Während das Übernahmeangebot den Aktienkurs der Commerzbank steigen ließ und dem DAX kurzfristig Auftrieb gab, könnten regulatorische Hürden und gewerkschaftlicher Widerstand die Verhandlungen erschweren. Anleger werden nun genau beobachten, ob der DAX seine Gewinne halten kann – oder ob die übergeordneten Marktbelastungen erneut die Oberhand gewinnen.

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