23 December 2025, 22:44

Unter Druck von Trump plant Deutschland Import von gefracktem Gas

Ein eingestürztes Gebäude mit Rohren an seiner Wand, mit dem Himmel dahinter.

Unter Druck von Trump plant Deutschland Import von gefracktem Gas

Deutschland hat den Bau seines ersten Terminals für Flüssigerdgas (LNG) genehmigt – ein Wendepunkt in der Energiepolitik. Die 450-Millionen-Euro-Anlage soll bis 2022 in Betrieb gehen, mit Brunsbüttel an der Nordsee in der Nähe Hamburgs als wahrscheinlichstem Standort. Die Entscheidung folgt auf ein Handelsabkommen zwischen den USA und der EU, das Spannungen über Zölle und Energieimporte entschärft.

Die Ankündigung des Terminals erfolgte nach einer vorläufigen Handelsfriedensvereinbarung zwischen US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Trump erklärte später, Europa werde bald zu einem „riesigen Abnehmer“ von US-Fracking-Gas – ein Hinweis auf Deutschlands Abhängigkeit von russischen Energielieferungen.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier betonte, die Bundesregierung lehne US-amerikanische LNG-Lieferungen nicht ab. Das Terminal ist darauf ausgelegt, auch Fracking-Gas aus den USA aufzunehmen – trotz wachsender Bedenken hinsichtlich der Umweltauswirkungen. Zwar stößt die Verbrennung von Fracking-Gas etwa 50 Prozent weniger CO₂ aus als Kohle, doch relativieren sich die Klimavorteile, wenn man Methanlecks bei Förderung und Transport einrechnet.

Deutschland bleibt Europas größter Verbraucher von fossilem Gas, auch wenn dessen Bedeutung für die Stromerzeugung sinkt. Umweltverbände lehnen mittlerweile die Vorstellung von Gas als „Brückentechnologie“ zu erneuerbaren Energien ab und argumentieren, US-Fracking-Gas untergrabe die Klimaziele. Das Projekt stößt jedoch auf wenig Widerstand und soll ohne größere Verzögerungen voranschreiten.

Das Terminal in Brunsbüttel wird 450 Millionen Euro kosten und könnte in drei Jahren den Betrieb aufnehmen. Sein Bau entspricht zwar der deutschen Energiestrategie, wirft aber Fragen nach den langfristigen Klimaverpflichtungen auf. Die Abhängigkeit von US-Fracking-Gas zeigt zudem das Spannungsfeld, in dem sich das Land zwischen Energiesicherheit und ökologischer Verantwortung bewegt.