Urteil im Prozess um homophobe Übergriffe via Dating-Apps steht bevor
George BenthinUrteil im Prozess um homophobe Übergriffe via Dating-Apps steht bevor
Am kommenden Dienstag um 9:00 Uhr wird das Urteil im Prozess gegen sechs Angeklagte verkündet, die beschuldigt werden, über Dating-Apps gezielt schwule Männer ins Visier genommen zu haben. Vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) wurden in den vergangenen Monaten gewalttätige Übergriffe, Raubdelikte und homophobe Beleidigungen durch die Gruppe verhandelt.
Zu den Beschuldigten zählen drei junge Erwachsene und drei Jugendliche, deren Identität aufgrund ihres Alters teilweise geschützt bleibt. Große Teile der Verhandlung fanden aus demselben Grund unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Die Staatsanwaltschaft wirft der Gruppe vor, gefälschte Profile auf Dating-Plattformen angelegt zu haben, um sich als potenzielle Partner auszugeben und Opfer an abgelegene Orte zu locken. Dort seien die Betroffenen dann körperlichen Angriffen, Diebstählen und verbalen Hetzkampagnen wegen ihrer sexuellen Orientierung ausgesetzt worden.
Ermittlungen ergaben keine Hinweise auf ein größeres organisiertes Netzwerk oder politische Motive hinter den Taten. Allerdings sollen die Angeklagten ihre Übergriffe systematisch dokumentiert haben, was auf eine gezielte und abgestimmte Vorgehensweise hindeutet.
Die Anklagepunkte umfassen schwere Raubdelikte, wobei die Staatsanwaltschaft besonders auf die vorsätzliche Planung der Angriffe verweist. Der Prozess hat aufgrund der Schwere der Verbrechen und der besonderen Schutzbedürftigkeit der Opfer, die gezielt wegen ihrer sexuellen Identität angegriffen wurden, große Aufmerksamkeit erregt.
Die Urteilsverkündung erfolgt in einer öffentlichen Sitzung und markiert damit das Ende eines Verfahrens, das weitgehend hinter verschlossenen Türen stattfand. Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten empfindliche Strafen nach deutschem Recht für ihre Rolle bei den gewalttätigen und diskriminierenden Übergriffen.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf das Problem von Hasskriminalität im Zusammenhang mit Online-Dating-Plattformen sowie auf die rechtlichen Herausforderungen, die sich bei jugendlichen Tätern in schweren Strafverfahren stellen.






