07 January 2026, 22:50

Wegners Tennis-Session während Berlins Stromausfall löst Empörung aus

Ein Mann mit Brille, T-Shirt, Baseballkappe und Schuhen spielt Tennis.

GdP verteidigt Wegner nach Kritik am Tennisspielen - Wegners Tennis-Session während Berlins Stromausfall löst Empörung aus

Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner gerät nach Tennis-Spiel während großflächigem Stromausfall in die Kritik. Der Blackout betraf 45.000 Haushalte im Südwesten der Stadt und soll durch einen mutmaßlichen Brandanschlag ausgelöst worden sein. Gegner warfen ihm vor, die Krise schlecht zu managen und an Transparenz zu fehlen, da er nicht vor Ort gewesen sei.

Der Stromausfall begann am ersten Tag des Vorfalls und ließ Tausende ohne Elektrizität zurück. Statt die Einsatzkräfte zu koordinieren, verbrachte Wegner zwischen 13:00 und 14:00 Uhr eine Stunde auf dem Tennisplatz. Politiker von AfD und Grünen, darunter Kristin Brinker und Werner Graf, verurteilten seine Abwesenheit umgehend als verantwortungslos.

Wegner rechtfertigte sich später damit, er habe "den Kopf freibekommen" müssen. Stephan Weh, Vorsitzender der Berliner Polizeigewerkschaft, wies die Kritik zurück und betonte, die physische Anwesenheit von Politikern helfe im Krisenfall selten den Einsatzkräften. Weh lenkte den Fokus auf den Schutz kritischer Infrastruktur statt auf "private Ablenkungen". Zwar räumte er ein, dass der Vorfall Wegners Glaubwürdigkeit beeinträchtigen könnte, doch Politiker seien "auch nur Menschen" und bräuchten Pausen. Zudem verteidigte er die Arbeitsmoral des Bürgermeisters und bezeichnete die Kritik als überzogen.

Der Blackout wirft Fragen nach Führung in Ausnahmesituationen auf. Wegners Tennis-Session wurde zum Symbol für grundsätzliche Bedenken zur Krisenbewältigung. Unterdessen ermitteln die Behörden weiter zum mutmaßlichen Brandanschlag, der den Stromausfall ausgelöst hatte.