07 January 2026, 20:40

Wegners Tennis-Spiel während des Blackouts löst Rücktrittsforderungen in Berlin aus

Eine Gruppe von Menschen, die auf Stühlen sitzen und einer Frau zuhören, die an einem Rednerpult spricht, mit einem Projektionsschirm, zwei Anschlagtafeln, einem Tisch und mehreren an der Decke befestigten Lampen im Hintergrund.

CDU-Kreischef: "Wegner war einen Schritt weiter entfernt" - Wegners Tennis-Spiel während des Blackouts löst Rücktrittsforderungen in Berlin aus

Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner gerät nach Tennis-Spiel während des Stromblackouts in Berlin unter Rücktrittsdruck

Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sieht sich wachsenden Forderungen nach seinem Rücktritt ausgesetzt, nachdem er während eines großflächigen Stromausfalls in Berlin Anfang Januar 2026 Tennis gespielt hatte. Kritiker aus mehreren Parteien werfen ihm vor, in einer Krisensituation falsche Prioritäten gesetzt zu haben, während tausende Berliner mit Stromausfällen und Einschränkungen in Berlin kämpften.

Der Blackout traf die Hauptstadt am 5. Januar und legte weite Teile der Stadt lahm. Während die Krise eskalierte, befand sich Wegner zwischen 13 und 14 Uhr auf dem Tennisplatz. Später rechtfertigte er sein Verhalten mit dem Hinweis, er sei während des Spiels stets erreichbar gewesen.

Stephan Standfuß, CDU-Kreisvorsitzender von Steglitz-Zehlendorf, reagierte zurückhaltend. Zwar räumte er ein, dass Wegner anfangs nicht über das Ausmaß der Krise informiert war, betonte aber, der Bürgermeister habe am Folgetag ein Notquartier in Berlin besucht. Kritik übte Standfuß jedoch an Wegners Mitarbeitern, die ihn nicht rechtzeitig über die Schwere des Blackouts in Berlin unterrichtet hätten. Er selbst habe die Dringlichkeit früh erkannt und sei bereits mittags zum Krisenstab im Rathaus Zehlendorf gestoßen. Grundsätzlich wolle er Wegner das Tennisspielen nicht vorwerfen – wenn dieser die Folgen der Krise in Berlin angemessen managed hätte.

Doch der Druck auf Wegner wächst quer durch das politische Spektrum. FDP-Politiker wie Wolfgang Kubicki und Christoph Meyer, die AfD-Landesvorsitzende Kristin Brinker sowie die Grünen-Politiker Werner Graf und Ines Schwerdtner forderten seinen Rücktritt. Auch SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach und Alexander King von der BSW schlossen sich den Forderungen an und warfen dem Bürgermeister vor, in einer entscheidenden Phase seine Pflichten in Berlin vernachlässigt zu haben.

Die Affäre stellt Wegners Führung in Berlin infrage, während sich die politische Opposition in ihrer Kritik einig zeigt. Angesichts der wachsenden Rücktrittsforderungen könnte der Stromausfall in den kommenden Wochen die Berliner Politik nachhaltig verändern.