Wie Frauen das Angeln in Deutschland neu erobern und Klischees brechen
George BenthinImmer mehr Frauen entdecken das Angeln für sich - Wie Frauen das Angeln in Deutschland neu erobern und Klischees brechen
Angeln in Deutschland ist längst kein reines Männerhobby mehr. Immer mehr Frauen greifen zur Angel, besuchen Kurse und teilen ihre Leidenschaft online. Barbara Kijewski, eine erfahrene Anglerin mit fast 30 Jahren Erfahrung, ist zu einer der prägendsten Stimmen dieser Entwicklung geworden – und beweist, dass der Sport für alle da ist.
Ihren ersten Wurf tat Kijewski als junge Frau, trotz Skepsis aus ihrem Umfeld, das ihr einredete, "Mädchen gehörten nicht ans Wasser". Doch ihr Durchhaltevermögen zahlte sich aus, als sie ihren ersten Barsch in einem Berliner See fing. Seitdem hat sie eine große Fangemeinde aufgebaut: Über 70.000 Follower auf Instagram begleiten ihre Angelabenteuer.
Ihr Ansatz ist pragmatisch, nicht klischeehaft. Als man ihr eine pinke Angel anbot, lehnte sie höflich ab – und entschied sich stattdessen für Ausrüstung, die ihren Bedürfnissen entsprach: ergonomisch und technisch durchdacht. Mittlerweile beobachtet sie ein wachsendes Interesse von Frauen an Angelgerät, Techniken und Einstiegsmöglichkeiten.
Der Trend beschränkt sich nicht auf soziale Medien. Der Deutsche Angelfischerverband verzeichnet steigende Zahlen von Frauen in Angelprüfungskursen. Auch Messen wie die anstehende Aqua-Fisch in Friedrichshafen spiegeln diesen Wandel wider. Kijewski wird dort als Rednerin auftreten, und die Messe bietet erstmals einen eigenen Bereich für Anglerinnen namens "Catch & Connect – Women's Circle".
Online haben sich zudem Communities gebildet, die diese Bewegung unterstützen. Gruppen wie "Frauen mit Biss, gehen Angeln" oder "Girlsfishing Germany" bieten Frauen Plattformen, um sich auszutauschen, Fragen zu stellen und Tipps zu teilen. Die Zunahme weiblicher Teilhabe ist seit einem Jahrzehnt spürbar – ob auf Veranstaltungen oder in Branchennetzwerken.
Das Bild vom Angeln als männlich dominiertes Freizeitvergnügen verblasst zusehends. Immer mehr Frauen erlernen das Handwerk, besuchen Lehrgänge und gründen eigene Netzwerke. Mit Vorbildern wie Kijewski, der Unterstützung von Messen und Online-Gemeinschaften wird der Sport Stück für Stück inklusiver – Wurf für Wurf.






