Wie reagieren maritime Nahrungsnetze auf Zunahmen der Alkalinität?
Hans-Werner HövelWie reagieren maritime Nahrungsnetze auf Zunahmen der Alkalinität?
Wie reagieren marine Nahrungsnetze auf einen erhöhten Alkaligehalt?
Kurzfassung Um den Klimawandel einzudämmen, müssen die vom Menschen verursachten CO₂-Emissionen so schnell und umfassend wie möglich reduziert werden. Zudem
10. Dezember 2024, 09:30 Uhr
Eine neue Studie zeigt, dass die Erhöhung der Alkalinität in den Ozeanen, um mehr CO₂ aufzunehmen, unter kontrollierten Bedingungen kaum Auswirkungen auf Zooplankton hat. Forscher testeten die Methode mit großen, abgeschlossenen Wasserproben. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass dieser Ansatz helfen könnte, atmosphärisches Kohlendioxid zu reduzieren, ohne kurzfristig wichtige Meereslebewesen zu schädigen.
Das Experiment fand in KOSMOS-Mesokosmen statt – acht Kubikmeter großen, abgeschlossenen Behältern, die Meerwasser isolieren. Die Wissenschaftler erhöhten den Alkaligehalt des Wassers, sodass es CO₂ aufnehmen konnte, bevor es wieder freigesetzt wurde. Diese als alkalinitätsbasierte CO₂-Gleichgewichtsverstärkung bekannte Methode vermeidet plötzliche chemische Veränderungen, die Meeresorganismen belasten könnten.
Während der Studie sank die Nährstoffqualität der im Wasser schwebenden Partikel – der Nahrung für Zooplankton – leicht. Die Zooplankton-Organismen selbst zeigten jedoch keine Anzeichen von Schädigung. Die Planktongemeinschaften blieben stabil, was darauf hindeutet, dass sie die moderaten Veränderungen durch das Verfahren tolerieren können. Die Forscher betonten, dass weitere Untersuchungen nötig sind, um die langfristigen Auswirkungen auf marine Ökosysteme zu bewerten. Zudem müsste die Technik an verschiedene lokale Bedingungen angepasst werden, bevor sie großflächig eingesetzt werden kann.
Die Ergebnisse weisen auf ein mögliches Werkzeug zur Entfernung von CO₂ aus der Atmosphäre hin. Wird die Alkalinitätserhöhung im großen Maßstab umgesetzt, könnte sie einen Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels leisten. Allerdings sind weitere Studien erforderlich, um ihre Sicherheit in unterschiedlichen Meeresumgebungen zu gewährleisten.