Zivilgesellschaft in Deutschland 2025: Jeder dritte Tag ein feindlicher Angriff
George BenthinZivilgesellschaft in Deutschland 2025: Jeder dritte Tag ein feindlicher Angriff
Zivilgesellschaft in Deutschland sah sich 2025 wachsender Feindseligkeit ausgesetzt
Im Jahr 2025 waren zivilgesellschaftliche Gruppen in Deutschland mit einer zunehmenden Welle von Anfeindungen konfrontiert – die Angriffe wurden häufiger und brutaler. Wie aus einem neuen Bericht der Amadeu Antonio Stiftung hervorgeht, wurden 112 Vorfälle dokumentiert, im Schnitt also alle drei Tage einer. Viele der Attacken richteten sich gegen Organisationen, die sich für Demokratieförderung, LGBTQ+-Rechte oder Jugendinitiativen einsetzen.
Die Gewaltwelle umfasste unter anderem einen Brandanschlag auf das Rainbow Center in Cottbus, nur wenige Tage vor den dortigen Christopher Street Day-Feierlichkeiten. In Hannover wurde ein autonomes Jugendzentrum mit Buttersäure beschmiert, woraufhin es vorübergehend schließen musste. Unterdessen forderte die AfD-Fraktion in Riesa, dass Jugendliche, die an Jugendprogrammen teilnehmen, ihren Namen und ihre Adresse registrieren lassen müssen.
Expert:innen warnen, dass rechtsextreme Gruppen zunehmend eine Doppelstrategie verfolgen: Während die AfD potenzielle Ziele durch politischen Druck markiert, schüre eine andere extremistische Szene die Gewalt bis hin zu körperlichen Übergriffen. Mehr als die Hälfte der dokumentierten Vorfälle ereignete sich in Ostdeutschland, wo zivilgesellschaftliche Akteur:innen seit Langem besonders starken Bedrohungen ausgesetzt sind.
Auf Bundesebene kündigte Familienministerin Karin Prien (CDU) Änderungen am Förderprogramm "Demokratie leben!" an. Durch die Neuregelung gerieten rund 200 Projekte in Unsicherheit über ihre weitere Finanzierung – eine zusätzliche Belastung für ohnehin schon gefährdete Initiativen.
Die 112 erfassten Angriffe verdeutlichen eine besorgniserregende Zuspitzung der Lage für die Zivilgesellschaft, insbesondere in den östlichen Bundesländern. Durch den politischen Druck der AfD und die eskalierende Gewalt rechtsextremer Kreise arbeiten viele Organisationen unter verschärften Risiken. Die Kürzungen bei der Bundesförderung erschweren zudem die Aufrechterhaltung von Demokratie- und Inklusionsprojekten im ganzen Land.






