24 January 2026, 06:20

Aggressionen im Brandenburger Landtag: Warum die AfD besonders oft gerügt wird

Ein detaillierter alter Stadtplan von Brandenburg, Deutschland, der Straßen, Gebäude, Parks und Sehenswürdigkeiten zeigt.

Sieben disziplinarische Maßnahmen im Brandenburgischen Landtag seit der Wahl - Aggressionen im Brandenburger Landtag: Warum die AfD besonders oft gerügt wird

Im Brandenburger Tor hat es seit der letzten Wahl einen deutlichen Anstieg disziplinarischer Maßnahmen gegeben. Allein im Jahr 2025 wurden sieben Ordnungsrufe erteilt – fünf davon richteten sich gegen Abgeordnete der AfD. Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke warnte später, der Ton im Bundestag sei deutlich aggressiver geworden als in den Vorjahren.

Die ersten Sitzungen nach der Landtagswahl 2024 verliefen noch ohne Zwischenfälle, es gab keine dokumentierten Ordnungsrufe. Doch bald verschärften sich die Spannungen. Im November 2025 wurde der AfD-Abgeordnete Lars Hünich offiziell gerügt, nachdem er den CDU-Fraktionsvorsitzenden Jan Redmann als "Scharlatan" bezeichnet hatte. Im selben Monat erhielt ein weiterer AfD-Politiker, Dennis Hohloch, einen Ordnungsruf, weil er der Landtagspräsidentin nahegelegt hatte, die Sitzung zu verlassen. Auch der SPD-Politiker Uwe Adler wurde verwarnt, nachdem er mehrfach durch das Parlament gerufen hatte.

Der Anstieg der disziplinarischen Maßnahmen markiert eine deutliche Veränderung im Vergleich zur vorherigen Legislaturperiode. Zwischen 2019 und 2024 waren insgesamt 77 Ordnungsrufe verzeichnet worden. Doch seit der Wahl haben die Präsidentin und ihre Stellvertreter bereits mehrfach Rügen aussprechen müssen. Liedtke kritisierte im Dezember 2025 öffentlich die verschlechterte Atmosphäre und verwies auf die zunehmende Aggressivität in den Debatten. Von den sieben Ordnungsrufen im vergangenen Jahr betrafen zwei SPD-Abgeordnete, die übrigen fünf richteten sich gegen Vertreter der AfD.

Der jüngste Anstieg der Disziplinarmaßnahmen unterstreicht die konfrontativere Stimmung im Brandenburger Bundestag. Da fünf der sieben Rügen AfD-Mitglieder betrafen, steht die Fraktion im Zentrum der Konflikte. Liedtkes Äußerungen deuten darauf hin, dass sich dieser Trend fortsetzen könnte, sofern sich der Ton in den Debatten nicht ändert.