16 January 2026, 15:12

Alkoholfreier Wein und Sekt boomen: Warum immer mehr Deutsche umsteigen

Ein rechteckiges Etikett mit weißem Hintergrund und schwarzem Rand, das eine fette schwarze Schrift in der Mitte und ein Bild einer Weinflasche mit Korken und einem Etikett mit der Aufschrift "Muscatene" zeigt.

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Alkoholfreier Wein und Sekt erleben in Deutschland einen Boom

Die Nachfrage nach alkoholfreiem Wein und Sekt steigt in Deutschland rasant an. Im Jahr 2024 kletterten die Absatzzahlen um 86 Prozent, während 17 Prozent mehr Kund:innen zu diesen Alternativen griffen. Große Hersteller wie Rotkäppchen-Mumm und Henkell-Freixenet sehen im Segment mittlerweile erhebliche Wachstumschancen.

Der Trend zu alkoholfreien Getränken baut sich bereits seit Jahren auf. Der Gesamtmarkt für alkoholfreie Erfrischungen – ohne Bier – hat sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Eine aktuelle Trendstudie zeigt, dass 50 Prozent der Befragten sich mehr alkoholfreie Optionen wünschen; bei der Generation Z liegt der Wert sogar bei 68 Prozent.

Zwar konsumieren noch 78 Prozent der Deutschen Alkohol, doch 24 Prozent haben ihren Verbrauch reduziert, und 53 Prozent greifen gelegentlich zu alkoholfreien Varianten. Längst ist der Verzicht kein reines "Dry January"-Phänomen mehr, sondern eine ganzjährige Präferenz.

Auch die Herstellungsverfahren haben sich weiterentwickelt, um die Qualität zu steigern. Üblicherweise wird der Alkohol durch Vakuumdestillation bei 32 Grad Celsius entzogen. Premium-Marken gehen noch einen Schritt weiter: Sie setzen auf ein zweitägiges Verfahren mit Adsorberharz, um verlorene Aromen zurückzugewinnen. Bei Sekt wird der Alkohol bereits aus dem Grundwein entfernt, bevor die Kohlensäure zugesetzt wird.

Die Weinkellerei Trautwein gehörte zu den Pionieren und begann 2014 mit der Produktion alkoholfreier Weine. Die ersten Chargen umfassten jeweils 5.000 Liter Riesling und Müller-Thurgau. Trotz wachsender Beliebtheit macht alkoholfreier Wein jedoch erst 1,5 Prozent des Marktes aus.

Der Markt für alkoholfreien Wein und Sekt bleibt zwar noch klein, wächst aber rasant. Da immer mehr Verbraucher:innen nach Alternativen suchen und sich die Produktionstechniken verbessern, dürften die Umsätze weiter steigen. Der Trend spiegelt weniger einen kompletten Verzicht wider, sondern vielmehr einen bewussteren, maßvolleren Umgang mit Alkohol.