Antifeministische Angriffe auf Gleichstellungsarbeit eskalieren bundesweit
Birgitt OttoAntifeministische Angriffe auf Gleichstellungsarbeit eskalieren bundesweit
Antifeministische Angriffe nehmen in ganz Deutschland zu – betroffen sind sowohl Kampagnen als auch die Menschen dahinter. In mehreren Städten wurden orangefarbene Bänke beschädigt, die als Symbol der UN-Kampagne gegen geschlechtsspezifische Gewalt stehen. Gleichzeitig berichten Gleichstellungsaktivist:innen von wachsender Feindseligkeit, die von Drohungen bis hin zu Kürzungen der Mittel reicht.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte (BAG) veranstaltete diese Woche in Lübeck ihren Kongress. Dort stellten Verantwortliche einen neuen Leitfaden vor, der Wege aufzeigt, um Antifeminismus entgegenzuwirken. Die Bewegung, die sich gegen die Rechte von Frauen und queeren Menschen richtet, hat sich in den letzten Jahren zunehmend organisiert.
Die orangefarbenen Bänke, Teil einer UN-Initiative gegen Gewalt an Frauen, wurden wiederholt zum Ziel von Attacken. In Osnabrück wurde eine Bank mit Graffiti beschmiert, in Wiesbaden eine gestohlen. In Annweiler (Rheinland-Pfalz) veränderten Vandalen den Aufdruck der Bank, um Gewalt gegen Frauen zu propagieren.
Die Unterstützung für Gleichstellungsarbeit bröckelt. Die Bundesfrauenministerin sagte ihre Teilnahme am Kongress ab – ein Zeichen für den Rückzug der politischen Rückendeckung. Eine Umfrage unter 350 Gleichstellungsbeauftragten ergab, dass 63 Prozent bereits antifeministische Angriffe erlebt haben. Fünf Prozent erhielten konkrete Drohungen, darunter Todesdrohungen.
Die Meldestelle Antifeminismus verzeichnete 2024 bereits 558 Vorfälle – im Schnitt zehn pro Woche. Teilnehmer:innen des Kongresses betonten die Notwendigkeit stärkerer Netzwerke und Bündnisse, um der Entwicklung etwas entgegenzusetzen.
Die Zerstörung der orangefarbenen Bänke und die Bedrohungen gegen Gleichstellungsbeauftragte zeigen ein klares Muster der Eskalation. Angesichts schwindender politischer Unterstützung setzen sich diejenigen, die für Gleichberechtigung kämpfen, zunehmend auf kollektives Handeln, um ihre Arbeit zu verteidigen. Der Leitfaden der BAG bietet Strategien – doch die Herausforderung bleibt groß, während die Zahl der Vorfälle weiter steigt.







