BAföG-Reform droht zu scheitern – doch KI-Chatbot soll Studierenden helfen
Hildegund LachmannBAföG-Reform droht zu scheitern – doch KI-Chatbot soll Studierenden helfen
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hat Verzögerungen bei der geplanten BAföG-Reform signalisiert. Die ursprünglich für das Wintersemester 2026/27 vorgesehenen Änderungen stehen nun aufgrund umfassender Sparmaßnahmen auf unsicherem Boden. Gleichzeitig soll noch in diesem Jahr ein neuer KI-Chatbot für die Studienförderung an den Start gehen.
Der Entwurf des BAföG-Reformgesetzes befindet sich derzeit in Abstimmung mit den Bundesländern und zentralen Interessengruppen. Die Verhandlungen verlaufen bisher ohne größere Hindernisse. Bär räumte jedoch ein, dass finanzielle Zwänge die Reform sogar vollständig auf Eis legen könnten.
Die Ministerin relativierte die Auswirkungen einer solchen Verzögerung und betonte, dass Nebenjobs während des Studiums wertvolle Lebens- und Berufserfahrung vermittelten. Zudem hob sie das deutsche System der Studienförderung als besonders privilegiert hervor – mit gebührenfreien Hochschulplätzen und staatlich finanzierten Studienplätzen.
Unabhängig davon kündigte Bär eine zügige Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes an. Damit sollen die Regelungen zu befristeten Verträgen in der Wissenschaft verbessert werden.
Um BAföG-Anträge zu vereinfachen, wird demnächst ein KI-gestützter Chatbot in das BAföG-Digital-Portal integriert. Das Tool soll Nutzerinnen und Nutzer zu Fördervoraussetzungen beraten und an den bestehenden BAföG-Rechner verweisen, der anonym und unverbindlich die voraussichtliche Förderung berechnet.
Der KI-Chatbot soll noch 2024 online gehen und Studierenden den Zugang zu Informationen über finanzielle Unterstützung erleichtern. Die Zukunft der BAföG-Reform bleibt hingegen an Haushaltsentscheidungen geknüpft – eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Beim Wissenschaftszeitvertragsgesetz hingegen zeichnen sich zügige Änderungen ab, um prekäre Beschäftigungsverhältnisse an Hochschulen zu entschärfen.







