Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sperrung wieder offen – doch Probleme bleiben
George BenthinBahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sperrung wieder offen – doch Probleme bleiben
Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sperrung wieder in Betrieb
Die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin ist nach einer langen Vollsperrung wieder eröffnet worden. Die Sanierung ist Teil eines umfassenden Programms zur Modernisierung Dutzender Strecken bis Mitte der 2030er-Jahre. Verzögerungen verschoben die Wiederinbetriebnahme um sechs Wochen auf Mitte Juni.
Seit Anfang August war die Strecke für Fern-, Regional- und Güterverkehr gesperrt. In dieser Zeit mussten Fahrgäste auf Ersatzbusse ausweichen, während Fernzüge über Stendal und Uelzen umgeleitet wurden – mit deutlichen Fahrzeitverlängerungen.
Strenge Winterbedingungen mit anhaltendem Frost führten zu erheblichen Rückschlägen. Die Verzögerungen zehrten ein zusätzliches Notfallbudget von rund 300 Millionen Euro auf. Die Gesamtkosten der Modernisierung belaufen sich nun auf etwa 2,7 Milliarden Euro – 500 Millionen mehr als ursprünglich veranschlagt.
Bei der Wiedereröffnung gab es jedoch weitere Probleme: Aufzüge fielen aus, und Züge verkehrten nicht nach Plan. Zudem konnte das neue europäische Zugsicherungssystem (ETCS) nicht wie vorgesehen installiert werden, sodass in fünf bis zehn Jahren eine weitere großangelegte Sperrung nötig sein wird.
Die Strecke ist zwar nun wieder befahrbar, doch die Herausforderungen bleiben. Da die Einführung von ETCS gescheitert ist, sind weitere Beeinträchtigungen unvermeidbar. Das Projekt hat sein ursprüngliches Budget bereits um eine halbe Milliarde Euro überschritten.
