Basisbewegung „Kirche von unten“ stellt sich gegen Reformpläne der sächsischen Landeskirche
Hans-Werner HövelReformbewegung präsentiert Thesen in Dresdner Kirchen - Basisbewegung „Kirche von unten“ stellt sich gegen Reformpläne der sächsischen Landeskirche
Basisbewegung „Kirche von unten“ protestiert gegen Reformpläne der sächsischen Landeskirche
Die Basisbewegung Kirche von unten hat mit einer mutigen Aktion gegen geplante Reformen in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens Stellung bezogen. Am 6. Januar brachten Aktivistinnen und Aktivisten 14 Thesen an den Türen der Dresdner Kreuzkirche und Dreikönigskirche an und warnten, dass die geplanten strukturellen Veränderungen eine weitere Zentralisierung und Bürokratisierung riskierten.
Der Protest fand am Fest Epiphanias statt – ein bewusst gewähltes Datum mit symbolischer Bedeutung. Die Initiatorinnen und Initiatoren verbanden den Anlass mit Werten wie Nähe, Vertrauen und Gemeinschaft, die ihrer Meinung nach im Mittelpunkt des kirchlichen Handelns stehen sollten. In ihren Thesen kritisierten sie das Reformprojekt der Kirchenführung, Kirche im Wandel, das ihrer Ansicht nach auf größere, entferntere Strukturen setzt, statt lokale Gemeinden zu stärken.
Die Bewegung fordert eine Rückkehr zur Kirchengemeinde als Kern des kirchlichen Lebens. Sie besteht darauf, dass Gemeinden selbst über ihre Größe und Kooperationsformen entscheiden sollten – geleitet vom Prinzip der Subsidiarität. Zudem wurde eine Petition gestartet, um Unterstützung gegen die aktuelle Reformrichtung zu mobilisieren. Landesbischof Tobias Bilz würdigte den Beitrag der Gruppe und begrüßte Rückmeldungen zu den geplanten Änderungen. Er zeigte sich interessiert daran, welche ihrer Ideen übernommen werden könnten, und signalisierte Dialogbereitschaft.
Der Protest spiegelt die wachsenden Spannungen über die Zukunft der sächsischen Landeskirche wider. Während die Führung versucht, sich an schrumpfende Ressourcen und gesellschaftliche Veränderungen anzupassen, werfen Kritikerinnen und Kritiker den Vorwurf auf, dass Reformen von oben die Mitwirkung vor Ort aushöhlen. Die Debatte kreist nun um die Frage, ob die Kirche auf Zentralisierung oder basisdemokratische Teilhabe setzen wird.