Baukrise in Deutschland: Zementverbrauch auf Rekordtief seit 1945
Hans-Werner HövelBaukrise in Deutschland: Zementverbrauch auf Rekordtief seit 1945
Deutschlands Bausektor steckt in einer schweren Krise. Der Zementverbrauch ist auf ein Niveau gesunken, wie es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr verzeichnet wurde. Gleichzeitig kämpfen sowohl öffentliche als auch private Bauvorhaben mit erheblichen Rückgängen.
Der Zementabsatz ist im Vergleich zu 2020 um etwa 30 Prozent eingebrochen. Dieser Einbruch trifft die Baustoffbranche hart – betroffen sind sowohl der Wohnungsbau als auch Infrastrukturprojekte. Auch öffentliche Investitionen in Straßen, Bürogebäude und Industrieimmobilien sind deutlich zurückgegangen.
Der private Wohnungsbau bleibt aufgrund hoher Zinsen und steigender Kosten schwach. Trotz dieser schwierigen Lage ist die Zahl der Baugenehmigungen zuletzt um etwa 10 Prozent gestiegen. Allerdings dauert es oft Monate, bis nach der Genehmigung tatsächlich mit dem Bau begonnen wird.
Die Bundesregierung hat Milliarden aus einem Sonderhaushalt bereitgestellt, um die Infrastruktur zu stärken. Diese Mittel sollen die Bautätigkeit in der zweiten Jahreshälfte beleben. Der Sektor zeigt erste Anzeichen einer langsamen Erholung – getrieben durch die neuen Fördergelder und die steigende Zahl an Genehmigungen. Doch die tatsächliche Bauaktivität kommt nur zögerlich in Gang. Die Branche bleibt durch hohe Kosten und verzögerte Baubeginne belastet.
