02 April 2026, 08:24

Berliner Messerangriffe dominieren den Wahlkampf – AfD startet umstrittene "Messer-App"

Drei Polizeibeamte stehen vor einem Gebäude, wobei ein Mann in der Mitte ein Papier hält, flankiert von Säulen und Fahrzeugen auf der Straße dahinter.

Berliner Messerangriffe dominieren den Wahlkampf – AfD startet umstrittene "Messer-App"

Messattacken in Berlin entwickeln sich zum zentralen Wahlkampfthema – AfD fordert mehr Transparenz

Die zunehmende Gewalt mit Messern in Berlin ist zu einem der beherrschenden Themen im Vorfeld der anstehenden Wahl geworden. Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) drängt auf größere Offenlegung der Kriminalstatistiken und hat ein neues digitales Tool gestartet, um Vorfälle zu dokumentieren. Die Partei wirft den Behörden vor, das wahre Ausmaß des Problems zu verschleiern. Zwar verzeichnen die Polizeistatistiken einen Anstieg der Angriffe, doch zentrale Details – etwa die Nationalität der Tatverdächtigen – werden nicht veröffentlicht.

Laut Polizeiberichten gab es 2024 in Berlin 3.412 Messerangriffe, ein Plus von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die AfD hält diese Zahlen jedoch für unvollständig und verweist auf Lücken zwischen den polizeilichen Meldungen und den offiziell erfassten Straftaten. Mit ihrer neu veröffentlichten "Messer-App" zeigt die Partei nun Fallzahlen, Verletzungen und eine interaktive Karte der Tatorte in der Stadt.

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Kristin Brinker, Fraktionsvorsitzende der AfD in Berlin, wirft der regierenden Koalition vor, entscheidende Informationen zurückzuhalten. Sie fordert, dass Daten zu den Nationalitäten der Tatverdächtigen sowie zu juristischen Folgen – wie Anklagen oder Verurteilungen – öffentlich gemacht werden. Bisher existieren jedoch keine umfassenden Aufzeichnungen zu den 1.906 ermittelten Tatverdächtigen aus dem Jahr 2024. Lediglich in Einzelfällen, wie nach einem Angriff am Holocaust-Mahnmal 2025, der zu einer 13-jährigen Haftstrafe führte, liegen detaillierte Angaben vor.

Die Initiative der AfD stößt auf scharfe Kritik. Die Linke verurteilte das Vorhaben als gezielte Angstmache, die Feindseligkeiten gegen Migrant:innen schüre. Gleichzeitig hat auch die Schusswaffenkriminalität stark zugenommen: 2025 verzeichnete die Polizei einen Anstieg der Waffenstraftaten um 68 Prozent – ein weiterer Grund zur Sorge angesichts der wachsenden Gewalt in der Hauptstadt.

Der Vorstoß der AfD unterstreicht die wachsenden Spannungen um die Transparenz von Kriminalitätsdaten in Berlin. Während die Zahl der Messerangriffe steigt und rechtliche Konsequenzen oft unklar bleiben, wird die Debatte die Wahlkampfdiskussion prägen. Bislang haben die Behörden Forderungen nach der Veröffentlichung detaillierterer Angaben zu Tatverdächtigen nicht nachgegeben.

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