Bundespolizei bangt um Körperkameras: Droht ein Einsatz-Chaos durch Lieferengpässe?
Birgitt OttoBundespolizei bangt um Körperkameras: Droht ein Einsatz-Chaos durch Lieferengpässe?
Bundespolizei droht Engpass bei Körperkameras
Die deutsche Bundespolizei könnte bald mit einem kritischen Mangel an Körperkameras konfrontiert sein. Die Geräte sind ein unverzichtbares Werkzeug, um Beweismaterial bei aggressiven Vorfällen und Straftaten zu dokumentieren. Fehlen sie, verlieren Beamte ein zentrales Instrument zur Deeskalation und Beweissicherung.
Ursache des Problems ist eine gescheiterte Ausschreibung für 2.500 neue Körperkameras, mit einer Option auf weitere 1.500 Geräte. Das Projekt hatte ein Budget von fünf Millionen Euro, doch zusätzliche Anforderungen – etwa austauschbare Akkus – machten es Lieferanten schwer, die Vorgaben zu erfüllen. Einige bestehende Modelle sind zudem nahtlos mit den Tasern der Polizei kompatibel, was den Austausch weiter verkompliziert.
Der aktuelle Hersteller plant, die Unterstützung einzustellen, was die Behörde ohne funktionierende Ausrüstung zurücklassen würde. Die Verantwortlichen verhandeln nun über eine Verlängerung der Betreuung, was jedoch zusätzliche Kosten verursachen würde. Andreas Roßkopf, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), hat das Bundesinnenministerium aufgefordert, das Problem unverzüglich zu lösen.
Ohne eine schnelle Lösung riskiert die Bundespolizei den Verlust eines zuverlässigen Mittels zur Beweissicherung. Die Kameras haben sich bereits in hochriskanten Situationen bewährt – etwa an Bahnhöfen. Verzögerungen bei der Beschaffung von Ersatzgeräten könnten den Einsatzbetrieb beeinträchtigen und die Sicherheit der Beamten gefährden.
