Caterer in SH serviert jetzt auch Nutria-Fleisch - Caterer in SH serviert jetzt auch Nutria-Fleisch
Nutria-Fleisch steht jetzt auch bei einer Catererin in Schleswig-Holstein auf der Speisekarte
Eine invasive Nagetierart breitet sich in Deutschland rasant aus – und landet inzwischen sogar auf dem Teller.
Nutria-Fleisch steht jetzt auch bei einer Catererin in Schleswig-Holstein auf der Speisekarte
- Dezember 2025
Ein invasives Nagetier sorgt in Deutschland für wachsende Sorgen: Die ursprünglich aus Südamerika stammenden Nutrias verbreiten sich rasant, zerstören Ökosysteme und gefährden den Hochwasserschutz. Als Reaktion darauf hat Schleswig-Holstein die ganzjährige Bejagung der Tiere erlaubt, um ihren Bestand einzudämmen.
Besonders in Schleswig-Holstein hat sich der Nutria-Bestand in den vergangenen Jahren stark vermehrt. Allein im südlichen Ostholstein erlegen Jäger mittlerweile fast 1.000 Tiere pro Jahr – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu vor nur fünf Jahren. Die Nagetiere untergraben Deiche, was den Hochwasserschutz beeinträchtigt, und bedrohen zudem heimische Tierarten.
Der Deutsche Jagdverband fordert, Nutrias in das Bundesjagdgesetz aufzunehmen. Seit dem 26. Januar 2024 erlaubt Schleswig-Holstein die Bejagung der Tiere das ganze Jahr über. Trotz ihrer zerstörerischen Auswirkungen finden Nutrias nun auch den Weg auf den Teller: Anne Muus-Seyfferth, Inhaberin des Hühnerkram vom Birkenplatz in Horsdorf, bietet seit Monaten Nutria-Ragout, -Braten und -Burger an. Das Fleisch beschreibt sie als dunkel, feinkörnig und zart mit einem milden, leicht süßlichen Aroma, das an Perlhuhn oder Fasan erinnert. Lokale Jäger beliefern ihr Catering-Unternehmen seit etwa einem Jahr mit Nutria-Fleisch. Die Nachfrage steigt, doch bleibt es eine exotische Wahl. Julian Barg vom Jagdverein Bad Schwartau betont, dass die meisten Menschen das Fleisch noch immer als ungewöhnlich empfinden.
Angesichts der wachsenden Nutria-Population intensivieren Behörden und Jäger die Bekämpfungsmaßnahmen. Zwar gewinnt das Fleisch der Tiere in Nischen Kreisen an Beliebtheit, doch die ökologischen Schäden bleiben das größere Problem. Die ganzjährige Bejagung ist nun möglich – langfristige Lösungen erfordern jedoch umfassendere Schritte.