11 January 2026, 12:33

CDA-Chef Radtke lehnt längere Arbeitszeiten ab – und fordert bessere Betreuungsstrukturen

Kinder auf Bänken im Vordergrund, mit Erwachsenen, die sie führen, und einem Hintergrund mit Stühlen, einer Tür, einem Fenster, einem Tisch, Ballons und Text oben.

CDA-Chef Radtke lehnt längere Arbeitszeiten ab – und fordert bessere Betreuungsstrukturen

Rolf Radtke, Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), hat sich gegen Forderungen nach längeren Arbeitszeiten in Deutschland ausgesprochen. Er betonte, dass bloße Mehrarbeit keine Lösung für die wirtschaftlichen Herausforderungen darstelle. Stattdessen verwies er auf tiefgreifendere Probleme im Bereich der Kinderbetreuung und der Pflege älterer Menschen.

Radtke kritisierte die Vorstellung, dass Menschen ihre Arbeitszeit erhöhen müssten, um ihre Lebensumstände zu verbessern. Eine solche Haltung ignoriere die täglichen Kämpfe von Familien, die Beruf und Fürsorgeverpflichtungen unter einen Hut bringen müssten.

Der CDA-Chef forderte die Christlich Demokratische Union (CDU) auf, diese Realitäten anzuerkennen. Er machte deutlich, wie unzureichende Betreuungs- und Pflegeangebote viele Paare daran hinderten, in Vollzeit zu arbeiten. Ohne bessere Unterstützung, warnte er, blieben strukturelle Hürden bestehen. Radtke rief nicht nur seine Partei zum Handeln auf, sondern forderte auch die Bundesregierung auf, konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Klare Vorgaben und greifbare Veränderungen seien nötig, um sowohl Wohlstand als auch soziale Standards zu sichern, so der Politiker. Zudem müsse sich der Ton in der Debatte über Arbeit und Familienleben ändern, um diese Herausforderungen widerzuspiegeln.

Radtkes Äußerungen setzen die Politik unter Druck, zunächst die Betreuungsinfrastruktur zu verbessern, bevor längere Arbeitszeiten gefordert werden. Sein Fokus auf strukturelle Hindernisse deutet auf eine breitere Diskussion über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland hin. Die CDU sieht sich nun mit der Forderung konfrontiert, ihre Position in der Arbeits- und Familienpolitik zu überdenken.