31 May 2026, 16:21

DB-Chef warnt vor Chaos: Warum Italos Markteintritt die Bahnbranche spalten könnte

DB InfraGO warnt vor Sonderregeln für Italo im Fernverkehr

DB-Chef warnt vor Chaos: Warum Italos Markteintritt die Bahnbranche spalten könnte

Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO, hat scharfe Kritik an Plänen geübt, dem italienischen Bahnanbieter Italo Sonderbedingungen für den Einstieg in den deutschen Fernverkehrsmarkt zu gewähren. Vor den für 2028 geplanten Änderungen warnte er, dass solche Maßnahmen rechtliche Klagen auslösen und die Branche jahrelang destabilisieren könnten.

Nagl kritisierte insbesondere eine kurzfristige „Neueinsteiger-Klausel“, die Italo den Markteintritt erleichtern soll. Diese bezeichnete er als rechtlich höchst fragwürdig und prognostizierte, dass die Regelungen zur Trassenzuteilung innerhalb von 18 Monaten von Gerichten gekippt werden könnten. Dies würde seiner Ansicht nach extreme Unsicherheit für alle Bahnunternehmen schaffen.

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Das aktuelle System basiert nicht mehr auf den veralteten, mehrjährigen Rahmenverträgen aus dem Jahr 2017, die wegen ihrer Komplexität und rechtlicher Risiken abgeschafft wurden. Nagl wies zudem darauf hin, dass ein verbindlicher Rechtsrahmen gemäß der EU-Trassenverordnung erst 2031 in Kraft treten werde.

Trotz seiner Warnungen räumte Nagl ein, dass Wettbewerb im Fernverkehr grundsätzlich funktionieren könne. Er betonte jedoch, dass Änderungen letztlich den Fahrgästen zugutekommen müssten – und nicht einzelnen Unternehmen Vorteile verschaffen dürften.

Nagls Äußerungen unterstreichen die potenziellen Risiken einer Bevorzugung von Italo. Ohne stabile rechtliche Grundlagen bis 2031 fürchtet er eine endlose Prozessflut und Markinstabilität. Die Folgen dieser Pläne könnten die Zukunft des deutschen Fernverkehrs über Jahre prägen.

Quelle