25 June 2026, 16:16

Deutsche Bahn kämpft mit Pannen, Führungswechseln und neuem Konkurrenzdruck durch Italo

Von Störeinflüssen bis zur Unternehmensrestrukturierung - harte Tage für die Bahn

Deutsche Bahn kämpft mit Pannen, Führungswechseln und neuem Konkurrenzdruck durch Italo

Deutsche Bahn gerät unter massiven Druck nach einer Serie von Rückschlägen. Das Unternehmen kämpft mit Verzögerungen bei Großprojekten, Führungswechseln und einem bundesweiten Zugausfall, der kürzlich Tausende Reisende stranden ließ.

Am Dienstagabend kam der deutsche Schienenverkehr für fast zwei Stunden plötzlich zum Erliegen. Auslöser war ein Ausfall des GSM-R-Funknetzes für die Eisenbahn, der während Wartungsarbeiten an einer zentralen Komponente auftrat. Philipp Nagl, Chef der DB InfraGO, bestätigte, dass der Fehler zu landesweiten Störungen führte. Ungewöhnlich war der Ausfall vor allem deshalb, weil er bei klarem Wetter geschah – anders als typische Unterbrechungen durch Stürme oder Extremwetter.

Auch das Bahnprojekt Stuttgart 21 steckt in neuen Schwierigkeiten. Die Fertigstellung verzögert sich nun bis Ende 2031, fünf Jahre später als ursprünglich geplant. Als Gründe nennen Verantwortliche unausgereifte Planungsprozesse und die Komplexität der Digitalisierung.

Intern steht das Unternehmen vor tiefgreifenden Veränderungen. Vorstandschefin Evelyn Palla sieht sich massiver Kritik ausgesetzt, während sie ein volles Programm bewältigen muss. Ein Umstrukturierungsplan sieht vor, rund 30 Prozent der 3.500 Führungspositionen im Konzern abzubauen, um die Abläufe zu verschlanken. Gleichzeitig übernimmt Michael Obrowski, ein Manager von Volkswagen, die Position des Finanzchefs – nach dem überraschenden Rückzug von Karin Dohm, die das Amt erst vor vier Monaten angetreten hatte.

Auch von außen wächst der Druck. Der italienische Bahnbetreiber Italo plant 2028 mit 30 Hochgeschwindigkeitszügen auf dem deutschen Fernverkehrsmarkt einzusteigen. Der Vorstoß verunsichert lokale Verkehrsbehörden, die um die Kapazitäten auf dem bereits stark belasteten Schienennetz bangen. Italo will vor allem auf lukrativen Strecken konkurrieren – was die Fähigkeit der Deutschen Bahn schwächen könnte, weniger rentable Regionalverbindungen zu finanzieren.

Das Unternehmen steht nun vor einer entscheidenden Phase der Umstrukturierung und des externen Wettbewerbs. Verzögerte Projekte, Führungswechsel und technische Pannen verschärfen die Herausforderungen. Der Markteintritt von Italo 2028 wird sowohl die Netzkapazitäten als auch die finanzielle Stabilität der Deutschen Bahn auf die Probe stellen.

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