Deutsche Unternehmen wollen raus aus der US-Cloud – doch der Wechsel stockt
George BenthinDeutsche Unternehmen wollen raus aus der US-Cloud – doch der Wechsel stockt
Eine neue Umfrage zeigt eine starke Nachfrage deutscher Unternehmen nach heimischen Cloud-Lösungen. Viele Firmen möchten ihre Abhängigkeit von amerikanischen Anbietern verringern. Die Ergebnisse unterstreichen Bedenken hinsichtlich der Datensouveränität und des Wettbewerbs auf dem Markt.
Laut der Studie sind 85 Prozent der deutschen Führungskräfte der Meinung, dass das Land zu stark auf US-Cloud-Technologie setzt. Nur 8 Prozent bevorzugen amerikanische Dienste, doch 71 Prozent nutzen sie weiterhin. Diese Diskrepanz deutet auf eine gewisse Zögerlichkeit hin, trotz Unzufriedenheit den Anbieter zu wechseln.
Ein deutlicher Anteil von 91 Prozent würde lieber auf deutsche Cloud-Anbieter setzen. Allerdings greifen aktuell nur 53 Prozent darauf zurück. Als Hauptgründe nennen 43 Prozent der Unternehmen das Fehlen europäischer Alternativen mit vergleichbarer Technologie.
Um lokale Lösungen zu fördern, wären 37 Prozent bereit, erhebliche Nachteile bei einer rein deutschen Datenverarbeitung in Kauf zu nehmen. Weitere 25 Prozent würden langsamere Feature-Updates akzeptieren. Doch nur 12 Prozent sind bereit, für deutsche Dienste einen Aufpreis von 10 bis 20 Prozent zu zahlen.
Der Druck für einen Wandel wächst. Mittlerweile fordern 80 Prozent der Unternehmen die Entwicklung deutscher oder europäischer Hyperscaler. Zudem überarbeiten 64 Prozent aufgrund der Politik der US-Regierung ihre Cloud-Strategien.
Die Umfrage bestätigt eine klare Präferenz der Wirtschaft für deutsche oder europäische Cloud-Dienste. Unternehmen sind zwar zu Kompromissen bereit, scheuen aber höhere Kosten. Die Ergebnisse zeigen einen dringenden Bedarf an wettbewerbsfähigen lokalen Alternativen zu US-Anbietern.






