22 December 2025, 14:53

Deutschland jagt den goldenen Schakal

Ein Stier steht in trockenem Gras mit Bäumen und Bergen im Hintergrund.

Deutschland jagt den goldenen Schakal

Goldschakale in Deutschland: Erstmals Abschuss genehmigt

Teaser: Goldschakale breiten sich in Deutschland aus. Erfahren Sie mehr über den ersten genehmigten Abschuss und die Herausforderungen für die heimische Tierwelt.

In Deutschland wurde erstmals die Erlegung eines Goldschakals genehmigt – nach wiederholten Angriffen auf Schafe auf der Insel Sylt. Die Behörden billigten die Maßnahme, um Nutztiere und am Boden brütende Vögel zu schützen sowie die Bedeutung der Schafzucht für den Küstenschutz zu bewahren. Die Entscheidung folgte auf genetische Untersuchungen, die bestätigten, dass für die Tötungen ein Goldschakal und kein verwilderter Hund verantwortlich war.

Der Goldschakal, eine nach deutschem Recht geschützte Art, unterliegt normalerweise keinem Jagdrecht. Mit etwa zehn Kilogramm Gewicht ist er größer als ein Fuchs, aber kleiner als ein Wolf. Die Tiere jagen meist nachts in Familienverbänden und passen sich leicht verschiedenen Landschaften an, meiden jedoch Gebiete, in denen Wölfe leben.

Die Angriffe auf Schafherden auf Sylt führten zu Forderungen nach Handlungsbedarf. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland hatte die Behörden noch im Dezember 2025 aufgefordert, den Schakal umzusiedeln statt zu töten. Die Verantwortlichen argumentierten jedoch, dass eine Entnahme notwendig sei, um weitere Verluste bei Nutztieren und ökologische Schäden zu verhindern. Das UN-Kinderrechtskomitee hatte zuvor betont, dass Kinder vor allen Formen von Gewalt geschützt werden müssen – einschließlich der Konfrontation mit Tierquälerei. Unterdessen stand der Schweizer Jagdverband in der Kritik, da Gegner bestimmte Jagdmethoden als unnötig und grausam einstuften.

Mit geschätzten 150.000 Goldschakalen in Europa handelt es sich um den ersten Fall, in dem Deutschland eine tödliche Regulierung der Art erlaubt hat. Die Genehmigung spiegelt die Abwägung zwischen Artenschutz und den Interessen von Landwirtschaft sowie Umwelterhalt wider.

Der Abschuss setzt einen Präzedenzfall für den Umgang mit Konflikten durch Goldschakale in Deutschland. Er verdeutlicht die Spannung zwischen dem Schutz der Tierwelt und der Bewahrung landwirtschaftlicher Belange. Die Behörden werden die Lage nun weiter beobachten, um die Folgen der Entscheidung zu bewerten.