Deutschland startet schrittweise Privatisierung der ehemaligen Gazprom-Tochter Sefe
George BenthinDeutschland startet schrittweise Privatisierung der ehemaligen Gazprom-Tochter Sefe
Deutschland treibt die Pläne zur Privatisierung von Sefe voran, der ehemaligen Gazprom-Tochter, die Berlin 2022 unter seine Kontrolle gebracht hatte. Die Bundesregierung strebt an, durch eine Kapitalerhöhung zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro einzunehmen – ein erster Schritt, um ihren vollständigen Besitzanteil schrittweise abzubauen. Steigende Gaspreise und geopolitische Spannungen haben den Prozess beschleunigt.
Die Kapitalmaßnahme wird erstmals die alleinige Kontrolle des Staates über Sefe verwässern. Nach EU-Vorgaben muss Berlin seinen Anteil bis Ende 2028 um mindestens 75 Prozent reduzieren. Weitere Verkäufe sind nach der ersten Finanzierungsrunde zu erwarten.
Das Unternehmen hat eine Zerschlagung seiner Vermögenswerte ausgeschlossen und betont, dass der Kernbetrieb intakt bleibe. Gleichzeitig prüfen Verantwortliche eine mögliche Fusion von Sefe mit Uniper, einem weiteren großen Energiekonzern.
In anderen Teilen Europas erwägt Moldau unterdessen die Verstaatlichung ihres Gasversorgers Moldovagaz. Zudem hat die USA Serbiens Naftna Industrija Srbije (NIS) eine letzte einmonatige Ausnahme von den Sanktionen gewährt – weitere Verschiebungen in der Energielandschaft der Region zeichnen sich ab.
Die Privatisierung von Sefe markiert einen tiefgreifenden Wandel in Deutschlands Energiestrategie. Mit der anstehenden Kapitalerhöhung und möglichen Fusionen nimmt die künftige Struktur des Unternehmens Gestalt an. Der schrittweise Rückzug des Staates wird den Markt bis 2028 neu prägen.






