Die Wahrheit hinter Humpty Dumpty und dem Muffin-Mann: Mythen und Fakten
Birgitt OttoDie Wahrheit hinter Humpty Dumpty und dem Muffin-Mann: Mythen und Fakten
Zwei bekannte Kinderreime, Humpty Dumpty und Der Muffin-Mann, haben jahrzehntelang Spekulationen über ihre Ursprünge ausgelöst. Manche Theorien deuten auf düstere historische Ereignisse hinter den Versen hin. Die meisten Experten jedoch argumentieren, dass die Reime weitaus einfachere Erklärungen haben.
Humpty Dumpty tauchte erstmals 1797 in Druck auf, erwähnte aber kein Ei. Stattdessen wurde der Begriff „Humpty Dumpty“ im 17. und 18. Jahrhundert verwendet, um eine tollpatschige, übergewichtige Person zu beschreiben. Die Textzeilen des Reims könnten von einem gleichnamigen heißen Getränk inspiriert sein, das aus einer Mischung von Branntwein und Bier bestand.
Einige Historiker schlagen alternative Theorien vor. Eine verbindet den Reim mit König Richard III., der 1485 in der Schlacht von Bosworth Field vom Pferd stürzte und getötet wurde. Eine andere deutet an, dass es sich auf eine Kanone bezieht, die während des Englischen Bürgerkriegs von einer Mauer stürzte. Doch keine Beweise stützen diese Behauptungen.
Der Muffin-Mann wurde 1820 erstmals zusammen mit seiner Melodie aufgezeichnet. Die Textzeilen beschreiben wahrscheinlich Straßenhändler, die im London des 19. Jahrhunderts Muffins verkauften. Diese Verkäufer arbeiteten lange Stunden und riefen oft frühmorgens oder spätabends ihre Ware aus.
Mit der Zeit entstand eine makabre Theorie: Der Muffin-Mann sei ein Serienmörder namens Frederick Thomas Lynwood gewesen. Doch diese Idee entbehrt jeder glaubwürdigen Grundlage. Londons erster dokumentierter Serienmörder war tatsächlich Mary Ann Cotton – und kein Muffin-Verkäufer.
Keiner der beiden Reime scheint eine unheimliche Vergangenheit zu verbergen. Humpty Dumpty entstand wohl als scherzhafte Bezeichnung für eine unbeholfene Person oder ein heißes Getränk. Der Muffin-Mann spiegelt das Alltagsleben der Essenshändler im viktorianischen London wider. Die düsteren Theorien bleiben unbelegt und werden von Historikern weitgehend abgelehnt.







