21 March 2026, 08:19

Dierfeld: Wie 15 Einwohner eine perfekte Wahlbeteiligung schafften

Papier mit handgeschriebenem Text, der "Neustädter Markt, die Wahlurne, Mr. Williams' Proposition für gegen Mehrheit" lautet.

Dierfeld verzeichnet 100-prozentige Wahlbeteiligung - Dierfeld: Wie 15 Einwohner eine perfekte Wahlbeteiligung schafften

Dierfeld, die kleinste Gemeinde in Rheinland-Pfalz, sorgt einmal mehr für Schlagzeilen – dank ihres einzigartigen Ansatzes in der Kommunalpolitik. Mit nur 15 Einwohnern erreichte das Dorf bei der jüngsten Landtagswahl eine perfekte Wahlbeteiligung. Trotz seiner Winzigkeit beweist es, wie Tradition und Eigenständigkeit auch im Angesicht moderner Herausforderungen wie der erneuerbaren Energien gelebt werden können.

Die Geschichte Dierfelds reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück, als es als Jagdschloss entstand. Anfang des 20. Jahrhunderts ging der Ort in den Besitz der Familie von Greve über. Heute führt Roderich von Greve-Dierfeld als Bürgermeister die Geschicke des Dorfes, das mit eigener Kapelle, Friedhof und malerischer Lage zwischen Wäldern und Feldern vollständig autark ist.

Für die letzte Landtagswahl schloss sich Dierfeld mit dem benachbarten Manderscheid zusammen, um einen gemeinsamen Wahlbezirk zu bilden. Dieser Schritt garantierte die Wahlgeheimhaltung, da das deutsche Wahlrecht mindestens 30 Stimmzettel pro Urne vorschreibt – eine Hürde für ein Dorf mit nur acht wahlberechtigten Bürgern. Bürgermeister von Greve-Dierfeld sammelte die Briefwahlunterlagen persönlich ein und schickte sie ab, wodurch eine Wahlbeteiligung von 100 Prozent erreicht wurde.

Zukünftig plant Dierfeld den Bau eines 15 Hektar großen Solarparks. Das Projekt soll nicht nur die erneuerbaren Energien ausbauen, sondern auch lokale gemeinnützige Initiativen finanzieren. Unterdessen richtete Hamm, eine weitere Winzlinggemeinde mit 16 Einwohnern, seinen Wahlraum einst im Haus des damaligen Bürgermeisters ein – ein Beispiel dafür, wie kleine Gemeinden demokratische Prozesse kreativ umsetzen.

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In Rheinland-Pfalz gibt es rund 2.300 Gemeinden, von denen etwa 140 weniger als 100 Einwohner zählen. Während einige sich zu gemeinsamen Wahlkreisen zusammenschließen, um die Wahlgeheimhaltung zu wahren, setzt Dierfeld mit seiner Mischung aus Tradition und Fortschritt weiterhin Maßstäbe.

Die perfekte Wahlbeteiligung und das geplante Solarprojekt unterstreichen, wie das Dorf Erbe und Innovation vereint. Die Kooperation mit Manderscheid sicherte eine faire Wahl, während die Pläne für erneuerbare Energien zukünftige Vorteile versprechen. Vorerst aber bleibt diese winzige Gemeinde ein lebendiges Beispiel dafür, wie Eigenständigkeit gelingen kann – ganz nach eigenen Regeln.

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