01 May 2026, 04:24

Edenhofer fordert Klimaziele trotz Wirtschaftskrise nicht aus den Augen zu verlieren

Tortendiagramm, das den globalen erneuerbaren Energieverbrauch im Jahr 2008 zeigt, unterteilt in Abschnitte für fossile Brennstoffe, Kernenergie, Wasserkraft, Warmwasser, Heizung, Biomasse, Solarenergie, Geothermie und Biokraftstoffe.

Edenhofer fordert Klimaziele trotz Wirtschaftskrise nicht aus den Augen zu verlieren

Der Ökonom Ottmar Edenhofer hat die deutsche Bundesregierung aufgefordert, sich trotz der aktuellen wirtschaftlichen Belastungen auf die langfristigen Klimaziele zu konzentrieren. Seine Äußerungen folgen auf eine jüngste Stellungnahme von Bundeskanzler Friedrich Merz, in der es um die Balance zwischen industrieller Wettbewerbsfähigkeit und Umweltschutzmaßnahmen ging. Edenhofer warnte davor, dass kurzfristige Krisen die Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandel nicht aus dem Blick geraten lassen dürften.

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Kritik übte Edenhofer an der Bundesregierung, weil diese die Klimapolitik eher als Nebensache denn als Priorität behandle. Er argumentierte, dass schlecht konzipierte Maßnahmen unnötige Belastungen schaffen könnten, ein vollständiger Verzicht darauf jedoch ein Fehler wäre. Stattdessen schlug er vor, bestehende Förderprogramme beizubehalten, um Haushalten den Umstieg auf klimafreundlichere Heizsysteme zu erleichtern.

Zudem regte er an, die Kosten durch eine Klimadividende auszugleichen – eine direkte Auszahlung an die Bürgerinnen und Bürger, finanziert durch die CO₂-Bepreisung. Um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern, forderte Edenhofer eine Investitionsabgabe auf neue Öl- und Gasheizungen. Gleichzeitig räumte er ein, dass viele Hausbesitzer sich die Umrüstung auf Wärmepumpen schlicht nicht leisten könnten, und betonte die Notwendigkeit gezielter finanzieller Unterstützung.

Eine Senkung der Stromsteuer könnte Wärmepumpen attraktiver machen, fügte er hinzu. Edenhofer wies die Behauptung zurück, Klimapolitik schwäche den industriellen Standort Deutschland. Solche Argumente lenkten seiner Meinung nach nur von tieferliegenden strukturellen Problemen ab. Er unterstrich, dass Klimaschutz keine Luxusfrage sei, sondern eine Notwendigkeit für zukünftige Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität.

Edenhofers Vorschläge zielen darauf ab, Bezahlbarkeit und ökologischen Fortschritt in Einklang zu bringen und sicherzustellen, dass die Wende zu klimafreundlichem Heizen nicht ins Stocken gerät. Seine Warnungen machen deutlich, wie groß die Gefahr ist, in alte Abhängigkeiten von fossilen Energien zurückzufallen, wenn kurzfristige Zwänge die langfristige Planung überlagern. Die Regierung steht nun vor der Herausforderung, wirtschaftliche Entlastung mit Klimaverpflichtungen zu verbinden – ohne dabei eines von beiden zu opfern.

Quelle