Elektrischer Sattelauflieger startet Pilotprojekt für klimafreundlichen Fernverkehr
Birgitt OttoElektrischer Sattelauflieger startet Pilotprojekt für klimafreundlichen Fernverkehr
Pilotprojekt für elektrisch angetriebene Sattelauflieger in Deutschlands Fernverkehr gestartet
Ende Mai nahm in Deutschlands Langstreckengüterverkehr ein Pilotprojekt für einen elektrisch betriebenen Sattelauflieger seinen Betrieb auf. Die Initiative entsteht in Zusammenarbeit zwischen der TIP Group und dem Unternehmen Nivalis und setzt auf einen Auflieger, der mit einem Powered Trailer Kit ausgestattet ist. Erste Schätzungen zufolge könnte die Technologie pro Auflieger jährlich bis zu 7.000 Liter Diesel und 18 Tonnen CO₂ einsparen.
Der Auflieger verfügt über eine E-Achse mit zwei Elektromotoren, die eine Spitzenleistung von 50 kW erbringen. Angetrieben wird das System von einem 60-kWh-Hochvolt-Lithium-Ionen-Akkumulator, der seine Energie aus Rekuperationsbremsung, dachmontierten Photovoltaikmodulen sowie über einen 32-Ampere-Drehstromanschluss während der Standzeiten bezieht. Das Konzept zielt darauf ab, den Energiebedarf der Zugmaschine zu verringern, indem der Auflieger aktiv zur Antriebsleistung beiträgt und Bremsenergie zurückgewinnt.
Die Lithium-Ionen-Batterien sind nach UN 38.3 zertifiziert, während der elektrische Antriebsstrang den Vorgaben der UNECE-Regelung Nr. 100 entspricht. Die Aufliegerkonfiguration erfüllt zudem die Zulassungsanforderungen der EU und der EFTA, sodass sie in allen Mitgliedsstaaten konform mit den nationalen Vorschriften eingesetzt werden kann.
Im Rahmen des Projekts werden die Partner die Leistung der Technologie unter verschiedenen Betriebsbedingungen, Belastungen und Fahrprofilen evaluieren. Bei positiven Testergebnissen planen TIP Group und Nivalis, die Lösung europaweit auszurollen.
Das Pilotvorhaben markiert einen wichtigen Schritt zur Reduzierung von Kraftstoffverbrauch und Emissionen im Fernverkehr. Dank der ausgeklügelten Konstruktion und der vorliegenden Zertifizierungen ist der Auflieger sofort in den zugelassenen Regionen einsatzbereit. Bei Erfolg der Tests könnte das System künftig breite Anwendung in der europäischen Logistikbranche finden.







