Energieökonom Edenhofer warnt: Subventionen treiben Ölpreise weiter in die Höhe
Birgitt OttoEnergieökonom Edenhofer warnt: Subventionen treiben Ölpreise weiter in die Höhe
Regierungen gehen nach Ansicht eines führenden Energieökonomen falsch mit den steigenden Ölpreisen um. Ottmar Edenhofer, Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), argumentiert, dass Subventionen für Kraftstoffe das Problem nur verschärfen würden, indem sie die Nachfrage – und damit die Preise – weiter in die Höhe treiben.
Edenhofer betont, dass die Preisschübe stattdessen Anlass für Energiesparmaßnahmen hätten sein müssen. Er warnt, dass eine höhere Nachfrage, angeheizt durch günstigere Preise, vor allem ausländischen Exporteuren nütze, während die Kosten auf hohem Niveau blieben.
Aus seiner Sicht geht es beim Verringern des Öl- und Gasverbrauchs nicht nur um Klimapolitik – es ist auch eine geopolitische Notwendigkeit. Besonders Europa müsse seine Abhängigkeit von Energieimporten verringern, um mittelfristig echten Einfluss auf die globalen Preise zu gewinnen.
Statt Kraftstoffe zu subventionieren, schlägt Edenhofer gezielte Einkommenshilfen für einkommensschwache Haushalte vor. Dadurch ließen sich die Menschen vor steigenden Kosten schützen, ohne den Verbrauch weiter anzuheizen. Zudem hält er es für notwendig, dass Politiker klarer kommunizieren: Die Verringerung der Abhängigkeit von Öl und Gas sei der Schlüssel für langfristige Energiesicherheit.
Die Warnungen des Ökonomen verdeutlichen ein zentrales Dilemma: Kurzfristige Entlastung durch Subventionen könnte die langfristigen Verwundbarkeiten noch verstärken. Ohne eine Drosselung der Nachfrage riskiert Europa, weiter volatilen Energiemärkten und ausländischem Lieferdruck ausgesetzt zu bleiben.






