Erste Moschee mit Minarett in Ostdeutschland eröffnet – ein Zeichen für Toleranz und Widerstand
George BenthinErste Moschee in Thüringen eröffnet - Erste Moschee mit Minarett in Ostdeutschland eröffnet – ein Zeichen für Toleranz und Widerstand
Erfurts Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde eröffnet Mahmud-Moschee – erstes islamisches Gotteshaus mit Kuppel und Minarett in Ostdeutschland
Die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde in Erfurt hat mit der Mahmud-Moschee das erste neu erbaute islamische Gotteshaus mit Kuppel und Minarett in Ostdeutschland eingeweiht. Die Moschee ist ein weithin sichtbares Zeichen für die kleine, aber engagierte Ahmadiyya-Gemeinde, die während des Baus sowohl auf Ablehnung als auch auf Unterstützung stieß.
Die rund 100 Mitglieder zählende Ahmadiyya-Gemeinde in Thüringen ist seit September 1990 in Erfurt präsent. Ihre neue Moschee, benannt nach dem Gründer der Bewegung, ist das erste Bauwerk dieser Art in den fünf ostdeutschen Bundesländern – mit traditioneller islamischer Architektur, bestehend aus einer Kuppel und einem schlanken Minarett.
Widerstände und Symbol der Religionsfreiheit Das Projekt sah sich bereits in der Planungs- und Bauphase mit Protesten konfrontiert. Gegner stellten große Holzkreuze in der Nähe der Baustelle auf und hinterließen mit Schweinekadavern gespickte Pfähle – eine gezielte Provokation. Trotz dieser Vorfälle betonten lokale Verantwortungsträger die Bedeutung der Religionsfreiheit als Lehre aus der deutschen Geschichte.
Bei der Eröffnung lobte der ehemalige thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow die Inschrift der Moschee "Liebe für alle, Hass für niemanden" als kraftvolle Botschaft. Auch Erfurts Oberbürgermeister Andreas Horn unterstrich die Notwendigkeit von Toleranz und Dialog. Die Ahmadiyya-Bewegung, 1889 in Indien gegründet, setzt sich für Frieden und gesellschaftliches Engagement ein, wird jedoch in Ländern wie Pakistan verfolgt.
Ort des Gebets und der Begegnung Die Moschee soll nicht nur als Gotteshaus, sondern auch als Dialogzentrum dienen. In Deutschland leben etwa 60.000 Ahmadi-Muslime in rund 250 Gemeinden. Die Erfurter Gemeinde verfügt nun über einen eigenen Raum für Gebete und Gemeinschaftsveranstaltungen.
Die Mahmud-Moschee markiert einen wichtigen Moment für die religiöse Vielfalt in Ostdeutschland. Sie gibt der Ahmadiyya-Gemeinde eine dauerhafte Heimat und unterstreicht das Bekenntnis der Region zur Glaubensfreiheit. Nach Jahren der Herausforderungen steht das Gebäude auch für die fortwährenden Bemühungen, Verständigung und Zusammenleben zu fördern.
From 18-Year Struggle to Peaceful Inauguration: Erfurt's Mosque Defies Past Opposition
The mosque's 18-year journey from planning to completion saw delays, protests, and even pig carcass provocations. Yet its 2026 opening passed without opposition:
- 18 years of planning and construction, including pandemic-related delays.
- A public 'Open Mosque Day' event invited interfaith dialogue with Christian and Jewish leaders.
- Notably, long-time protesters who once placed crosses and carcasses near the site did not attend the inauguration.






