EU-Digital-Identity-Wallet startet 2027 – doch Sicherheitsexperten warnen vor Risiken
Hildegund LachmannEU-Digital-Identity-Wallet startet 2027 – doch Sicherheitsexperten warnen vor Risiken
Die EU entwickelt ein digitales Identitätssystem, um die Identität von Nutzern sowohl online als auch offline zu überprüfen. Die sogenannte EU-Digital-Identity-Wallet soll es Bürgern ermöglichen, wichtige Dokumente digital zu verwalten und dabei die Kontrolle über ihre persönlichen Daten zu behalten. Das Projekt soll im Januar 2027 an den Start gehen; erste Testläufe laufen bereits.
Deutschland machte im Mai einen entscheidenden Schritt, indem es den Entwurf des Digitalen-Identitäts-Gesetzes billigte. Damit ist der Weg für die Einführung der Wallet frei. Die Bundesdruckerei baut das Backend-System auf, das die Personenidentifikationsdaten für die Wallet ausgeben wird.
Die Wallet soll zudem mit einer Altersverifikations-App verknüpft werden, um den Zugang zu Erwachsenen-Websites zu beschränken. Doch diese App geriet früh in die Kritik: IT-Sicherheitsexperten knackten sie kurz nach ihrer Vorstellung im April durch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Die EU setzt zwar auf starke Verschlüsselung für die Wallet, treibt aber gleichzeitig Chatkontroll-Maßnahmen voran, die die Verschlüsselung schwächen könnten. Gleichzeitig lief im April die Rechtsgrundlage für die freiwillige Chatüberwachung durch Tech-Unternehmen aus. Die Verhandlungen über dauerhafte Regeln sollen im Juni wiederaufgenommen werden.
Um die Fortschritte zu präsentieren, findet am 25. Juni in Berlin die Veranstaltung EUDI ON – Der EUDI-Wallet-Gipfel für digitale Innovatoren statt.
Die EU-Digital-Identity-Wallet soll ab Januar 2027 betrieben werden. Zu ihren Funktionen gehören die sichere Dokumentenverwaltung und die Altersprüfung für eingeschränkte Inhalte. Trotz Herausforderungen bei Sicherheit und politischen Debatten schreitet das Projekt weiter voran.






