EU-Methanregeln: Deutschland bremst und warnt vor Energie-Engpässen ab 2024
Hildegund LachmannEU-Methanregeln: Deutschland bremst und warnt vor Energie-Engpässen ab 2024
Die EU bereitet sich darauf vor, ab 2024 neue Vorschriften für Methanemissionen bei Kraftstofflieferungen durchzusetzen. Deutschland hat sich nun anderen Regierungen angeschlossen, die den Zeitplan ablehnen, und warnt vor möglichen Störungen bei den Energieimporten. Die Debatte zeigt die Spannungen zwischen Klimapolitik und Energiesicherheit in Europa auf.
Die geplante Verordnung sieht eine Überwachung und Überprüfung der Methanemissionen vor, die mit in die EU eingeführten Kraftstoffen verbunden sind. Methan, ein starkes Treibhausgas, ist nach Kohlendioxid der zweitgrößte Verursacher der globalen Erwärmung. Seine Reduzierung gilt als schneller Weg, den Klimawandel zu bremsen.
Die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat Bedenken geäußert, dass die Regeln ab 2027 Importe von Erdölprodukten – darunter auch Kerosin für die Luftfahrt – blockieren könnten. Berlin fordert mehr Zeit, bis die Maßnahmen in Kraft treten. Zwölf weitere EU-Regierungen haben ebenfalls eine dreijährige Verschiebung gefordert.
Die Pläne stoßen auch bei nicht zur EU gehörenden Kraftstofflieferanten auf Widerstand. Die USA haben gewarnt, dass das Gesetz die Gaslieferungen nach Europa beeinträchtigen könnte. Gleichzeitig versucht die Europäische Kommission, Klimaziele mit praktischen Erwägungen in Einklang zu bringen, indem sie Strafbefreiungen für Unternehmen in Betracht zieht, die die Vorgaben nicht einhalten.
Die Diskussion fällt in eine kritische Phase für das europäische Energiesystem. Die Märkte für Flugkraftstoff stehen bereits unter Druck, bedingt durch Lieferstörungen in der Straße von Hormus als Folge des Iran-Konflikts.
Die EU-Minister werden bald über die vorgeschlagene Verzögerung beraten. Die Regeln zielen zwar auf die Reduzierung von Methanemissionen ab, bergen aber das Risiko, Kraftstoffimporte – darunter Flüssigerdgas (LNG) und Erdölprodukte – einzuschränken. Deutschlands Intervention unterstreicht die Herausforderung, Klimaschutzmaßnahmen mit den Erfordernissen der Energiesicherheit in Einklang zu bringen.
