EZB erhöht Leitzinsen erstmals seit drei Jahren – doch die Inflation bleibt ungebremst
George BenthinEZB erhöht Leitzinsen erstmals seit drei Jahren – doch die Inflation bleibt ungebremst
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Leitzinsen erstmals seit fast drei Jahren angehoben. Die Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt erfolgt vor dem Hintergrund weiter stark steigender Inflation in Europa. Der Schritt gilt vor allem als symbolisch, da er sich in den Kernaufgaben der EZB bewegt.
Haupttreiber der Inflation ist die Blockade der Straße von Hormus, die die globale Ölversorgung massiv beeinträchtigt. Höhere Zinsen werden Kredite für Unternehmen und Verbraucher verteuern und damit die Investitionskosten in die Höhe treiben.
Die EZB hat die Verantwortung für die Bewältigung der Wirtschaftskrise an die nationalen Regierungen weitergegeben. Die deutsche Ampelkoalition hatte bereits 2022 versucht, die Energieversorgung zu diversifizieren und Preisdeckel einzuführen.
Nun prüft die Koalition aus Union und SPD Maßnahmen wie einen gezielten Industrie-Strompreis und eine gestaffelte Energiepauschale für Verbraucher. Weitere Empfehlungen umfassen den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien und der Schieneninfrastruktur sowie Investitionen in Energieeffizienz.
Die Bundesregierung kann sich nicht länger auf die Geldpolitik verlassen, um die Krise zu lösen. Die Zinserhöhung der EZB wird die explodierenden Preise voraussichtlich nicht bremsen – die Politik muss daher nach alternativen Lösungen suchen. Der Fokus liegt nun auf strukturellen Maßnahmen, um die Energiekosten zu stabilisieren und die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen.






