28 January 2026, 06:46

Fahrschulreform: Wie das Verkehrsministerium die Kosten für Führerschein-Prüfungen drücken will

Ein aufgeschlagenes Buch mit einer detaillierten Deutschlandkarte, die Straßen und Autobahnen zeigt, vor einem schwarzen Hintergrund.

Senkung der Fahrschulgebühren - Ja oder Nein? - Fahrschulreform: Wie das Verkehrsministerium die Kosten für Führerschein-Prüfungen drücken will

Fahrschulausbildung in Deutschland: Bis zu 3.500 Euro – jetzt plant das Verkehrsministerium Reformen

Die Fahrschulausbildung in Deutschland kann je nach Wohnort bis zu 3.500 Euro kosten. Nun will das Bundesverkehrsministerium die Ausgaben senken, indem es die Ausbildung und die Prüfungen reformiert. Eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Erwachsenen simulierte Übungen – etwa für das Schalten – als Teil der Neuerungen akzeptieren würde.

Die geplanten Änderungen zielen darauf ab, den Prozess auf mehreren Ebenen zu vereinfachen. Ein zentraler Vorschlag ist die Reduzierung der Fragen im Theorieprüfung, die derzeit aus einem Pool von rund 1.200 Aufgaben schöpft. Kirstin Zeidler vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hält eine Straffung der Prüfung für machbar – vorausgesetzt, dass kritische Sicherheitsfragen erhalten bleiben. Auch der ADAC befürwortet mehr Online-Theoriestunden und den Einsatz von Simulatoren während der Fahrausbildung.

Der Unfallforscher Siegfried Brockmann schlägt vor, einige Sonderfahrten zu streichen, gleichzeitig aber Pflichtstunden auf Autobahnen, bei Nachtfahrten und auf Landstraßen beizubehalten. Andere Übungen, wie das Überholen, könnten künftig im Simulator stattfinden – ein Vorhaben, das vom Deutschen Verkehrsicherheitsrat (DVR) unterstützt wird. Zudem soll die Pflicht zu Präsenz-Theoriestunden entfallen. Diese Ideen werden auf dem 64. Verkehrsgerichtstag in Goslar vom 28. bis 30. Januar 2026 diskutiert. Dort bringen Verbände wie ADAC, AvD, ACV, DVR und ADFC ihre Positionen ein und wirken an Empfehlungen für die Politik mit.

Die Reformen könnten die Fahrschulausbildung günstiger und flexibler gestalten. Simulatoren und Online-Kurse könnten teilweise traditionelle Methoden ersetzen, während zentrale Sicherheitsanforderungen bestehen bleiben. Die abschließenden Empfehlungen des Verkehrsgerichtstags werden die künftige Gesetzgebung maßgeblich prägen.