25 May 2026, 02:18

Florentina Holzinger sprengt mit brutaler Schönheit Wiener Grenzen

Florentina Holzingers 'Pfingstspiel' mit Friedenstauben und Monstertrucks

Florentina Holzinger sprengt mit brutaler Schönheit Wiener Grenzen

Ein kühnes Pfingst-Spektakel eroberte vergangenes Wochenende den Wiener Eislaufverein

Florentina Holzinger, bekannt für ihr extremes physisches Theater, inszenierte in Wien ein atemberaubendes Schauspiel, das Technologie, Ritual und rohe Intensität vereinte. Die Aufführung ehrte das provokative Erbe Hermann Nitschs, während sie mit Drohnen, Fahrzeugen und drastischen Live-Aktionen Grenzen sprengte.

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Der Abend begann mit einer Reise der Zuschauer nach Schloss Prinzendorf, dem historischen Schauplatz von Nitschs Orgien-Mysterien-Theater. Dort neu interpretierten Holzinger und ihr rein weibliches Ensemble das Letzte Abendmahl im Burghof – einige Darstellerinnen hingen dabei an Haken. Die körperlichen Anforderungen waren unerbittlich: Die Körper wurden zu Erweiterungen von Maschinen und Instrumenten.

Ein Höhepunkt war der Abstieg einer Fallschirmspringerin in einem taubenverzierten Helm, die sich als Schwertschluckerin entpuppte. Sie pflanzte eine weiße Fahne in die Trümmer eines hölzernen Panzers, der kurz zuvor von einem Monstertruck zermalmt worden war. Zuvor hatte eine nackte Frau die Fassade des Hotels Intercontinental hinabgeseilt – eine Reminiszenz an Trisha Browns ikonische Choreografie.

Holzingers Malaktion folgte mit einer gekreuzigten Darstellerin und einem Schwarm Drohnen am Himmel. Der Höhepunkt kam, als sie und ihr Ensemble sanft in der Luft schwebten, in einem seltenen Moment der Stille. Der Kontrast zwischen Zerstörung und Anmut hinterließ einen bleibenden Eindruck.

Die Performance verband Autos, Motorräder und sogar einen Fallschirmsprung zu einem organischen Ganzen. Technologie und menschliche Ausdauer verschmolzen zu einer sinnlichen Überflutung – chaotisch und doch präzise inszeniert.

Der Abend endete mit Holzingers typischer Mischung aus Brutalität und Schönheit. Der zermalmte Panzer, die Luftakrobatik und die rituellen Bilder festigten ihren Ruf als unerbittliche Künstlerin. Die Zuschauer verließen den Ort mit dem Bild schwebender Körper in Stille – ein flüchtiger, zerbrechlicher Abschluss für einen ansonsten explosiven Abend.

Quelle