08 January 2026, 10:44

GDL und Deutsche Bahn starten Tarifverhandlungen mit klaren Forderungen und Friedenspflicht

Ein Zug ist auf Schienen mit Gras darunter und einer Decke mit Stangen darüber zentriert.

Verhandlungen zwischen Bahn und GDL - Kein Streik bis Ende Februar - GDL und Deutsche Bahn starten Tarifverhandlungen mit klaren Forderungen und Friedenspflicht

Die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn (DB) und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben offiziell begonnen. Die am Donnerstag gestarteten Gespräche markieren die erste Verhandlungsrunde unter der Führung des neuen GDL-Vorsitzenden Mario Reiß. Beide Seiten haben sich auf eine zweimonatige Verhandlungsphase ohne Streiks bis Ende Februar geeinigt.

Die GDL fordert eine Erhöhung der Bezüge um insgesamt 8 Prozent über zwölf Monate, darunter ein Lohnplus von 3,8 Prozent sowie eine Anhebung der Zulagen um 8 Prozent. Weitere Forderungen umfassen die Einführung einer neuen Entgeltgruppe, höhere Vergütungen für Ausbilder und Prüfer sowie verbesserte Reisekostenabrechnungen und Wohnzuschüsse. Reiß betonte zudem, er wolle die Bahnberufe für die Beschäftigten attraktiver und zukunftssicherer gestalten.

Bis zum festgesetzten Termin sind vierzehn Verhandlungsrunden geplant. Unterdessen signalisierte Martin Seiler, Personalvorstand der Deutschen Bahn, eine kooperative Haltung und unterstrich die Notwendigkeit, "eine bessere Bahn" aufzubauen. Es handelt sich um die erste Tarifrunde ohne den früheren GDL-Chef Claus Weselsky, der die Verhandlungen der Gewerkschaft bisher geführt hatte.

Die GDL vertritt rund 10.000 Mitarbeiter, was etwa 5 Prozent der DB-Belegschaft entspricht. Die übrigen Beschäftigten werden von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vertreten, die ebenfalls in separaten Lohnverhandlungen mit dem Unternehmen steht. Zusammen decken die beiden Gewerkschaften etwa 95 Prozent der Belegschaft der Deutschen Bahn ab.

Das Ergebnis dieser Gespräche wird die Arbeitsbedingungen für tausende Bahnmitarbeiter prägen. Mit der bis Ende Februar geltenden Friedenspflicht haben beide Seiten nun einen klaren Zeitrahmen, um zu einer Einigung zu gelangen. Die Ergebnisse könnten zudem die weiteren Verhandlungen mit der EVG beeinflussen, die ebenfalls höhere Löhne und bessere Arbeitszeiten fordert.