Geheimnisvolle Militäranlage vor Rügen für 60.000 Euro versteigert – doch was darf der Käufer damit anfangen?
George BenthinGeheimnisvolle Militäranlage vor Rügen für 60.000 Euro versteigert – doch was darf der Käufer damit anfangen?
Verlassene Militäranlage vor Rügen findet neuen Besitzer – für 60.000 Euro
Eine verlassene Militäranlage vor der Küste Rügens hat nach einer Versteigerung für 60.000 Euro einen neuen Besitzer gefunden. Das als Ostervilm bekannte, abgelegene Gebäude steht auf Holzpfählen in der Lagune Greifswalder Bodden, nahe der Naturschutzinsel Vilm. Doch der Käufer muss sich nun mit strengen Auflagen abfinden, was mit dem ungewöhnlichen Objekt geschehen darf.
Ursprünglich diente Ostervilm als gesperrte Marineeinrichtung, in der Kriegsschiffrümpfe entmagnetisiert wurden. Die deutsche Marine betreibt noch heute ähnliche Anlagen in Kiel und Wilhelmshaven. Das auf 600 Holzpfählen errichtete Bauwerk besteht aus einem Betonrahmen, der mit Eisenplatten und Holzverkleidungen versehen ist. Bei der Versteigerung lag der Startpreis bei 39.000 Euro, bevor es am 4. Juni den Besitzer wechselte.
Der neue Eigentümer darf das Gebäude rechtlich nicht nutzen, da es weder sicheren Zugang noch grundlegende Infrastruktur bietet. Der Landkreis hat klargestellt, dass weder Baugenehmigungen noch Sondernutzungen erteilt werden. Ostervilm liegt in einer „Außenzone“, was bedeutet, dass jede Bebauung einen Bebauungsplan erfordern würde – etwas, das die Behörden an diesem exponierten Standort für unwahrscheinlich halten.
Von der Südküste Rügens aus sichtbar, liegt die Anlage in der Nähe von Vilm, einer geschützten Insel, die einst als Ferienrückzugsort für den Ministerrat der DDR diente. Der Käufer besitzt nun, wie Behörden es umschreiben, eine „Katze im Sack“ – mit kaum praktischen Nutzungs- oder Entwicklungsmöglichkeiten.
Der Verkauf von Ostervilm hinterlässt dem neuen Besitzer ein einzigartiges, aber stark eingeschränktes Objekt. Ohne Genehmigungen für eine Nutzung oder Bebauung bleibt das Gebäude ein Relikt seiner militärischen Vergangenheit. Ob und wie es künftig genutzt wird, hängt davon ab, ob sich erhebliche rechtliche und logistische Hürden überwinden lassen.







